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SVZ-Wochenend-Interview : Ein Dankeschön an Gorbatschow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Fragen an Christian Meier: Der gelernte Bankkaufmann krempelte 2015 sein Leben auf links und engagiert sich seither in der Flüchtlingshilfe.

Geboren in Hamburg, lebt Christian Meier seit 1990 in Güstrow. Der heute 50-jährige gelernte Bankkaufmann wurde damals von seinem Arbeitgeber in die neuen Bundesländer gesandt, um beim Aufbau des Filialbetriebs mitzuwirken. Aus den ursprünglich drei geplanten Jahren ist inzwischen ein halbes Leben geworden. 1997 machte sich der verheiratete Vater von zwei Kindern (10 und 25) im Bereich Consulting und Finanzierung selbstständig. Doch im September 2015 veränderte sich sein Leben.

„Ich habe die Finanzwirtschaft an den berühmten Nagel gehängt“, erzählt Christian Meier. Zu dieser Zeit suchte das DRK Mitarbeiter für die Flüchtlingsbetreuung auf dem Mela-Gelände. „Ich dachte, für drei Monate kann man das doch mal machen – daraus sind inzwischen zwei Jahre geworden“, sagt der Leiter der heutigen Gemeinschaftsunterkunft in der Hamburger Straße in Güstrow. Im April eröffnete er mit einigen Mitstreitern das Komm-Center in der Güstrower Mühlenstraße – ein Treffpunkt, der Menschen zusammenbringen soll. „Und es funktioniert“, fasst Meier zusammen. Heute beantwortet er die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
In meinem Lesesessel.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Mir gefällt es in Güstrow sehr gut. Und Bürgermeister will ich nicht werden.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Sehr oft im Komm-Center.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als 14-jähriger mit dem Austragen von Zeitungen.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für ein neues Fahrrad.
Was würden Sie gerne können?
Singen.
Was stört Sie an anderen?
Tratschen und Nachtragen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über Donald Trump, weil mich die Art, wie er seine Politik macht und seine Statements abgibt, eher an einen Komiker als an den Präsidenten der Vereinigten Staaten erinnern. Ich habe wirklich darüber gelacht, als ich seine Kommentare zum Gerichtsentscheid über die verhängten Einreiseverbote gehört habe. Das hatte für mich etwas Komisches. Natürlich ist mir bewusst, dass ein Mann in dieser Position mit einer solchen Ausdrucksweise auch großen Schaden anrichten und viel Unheil stiften kann. Ich vertraue jedoch auf die Vernunft der Diplomatie der weiter beteiligten Staaten. Und somit ist meine persönlich Umgangsweise mit Herrn Trump gelegentlich ein herzhaftes Lachen.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Diese Antwort fällt mir sehr schwer. Ich überlege gerade, wann ich das letzte Mal etwas Vernünftiges getan habe? Sicher war die Eröffnung des Komm-Centers etwas sehr Unvernünftiges, aber auch etwas sehr Schönes.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Helmut Schmidt. Ich habe diesen Mann für seine Klarheit, seine Haltung und seine damit verbunden Taten, auch gegen den Mainstream, immer sehr geschätzt. Dieser Mann hat viel bewegt und Menschen zusammengebracht. Dafür meine Anerkennung!
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese sehr gerne Biografien von interessanten Menschen der Zeitgeschichte. Das letzte Buch, was ich gerade ausgelesen habe war keine Biografie. Es war „Der Seewolf“ von Jack London.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Den Tatort verpasse ich sehr selten.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Wahrscheinlich Zuhause. Diese beiden Veranstaltungen meide ich. Wenn ich mich entscheiden müsste, wohl eher beim Fußball.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Michail Gorbatschow hat mein Leben verändert. Durch seine Politik ist der Eiserne Vorhang gefallen und Deutschland wiedervereinigt worden. Das hat für mich sowohl privat als auch beruflich einschneidende und positive Veränderungen gebracht. Vielen Dank, Herr Gorbatschow!
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Das kommt darauf an, auf was ich gerade Appetit habe. Ich koche sehr gerne. Die meisten sagen auch, dass es schmeckt. Leider komme ich sehr selten dazu.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Da gibt es eine ganze Menge. Ich höre sehr gerne Musik. Besondere Erinnerungen habe ich an das Musical „Blood Brothers“. Das Lied heißt „Marilyn Monroe“.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
An Karten für ein Silly-Konzert. Die habe ich von meinen Kollegen bekommen.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Einen Segeltörn nach Island.
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?
Genauso wie jetzt. Ich liebe meine Leben so wie es ist.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Meinem Freund Wael Alabdul Rahman. Er stammt aus Hama in Syrien und lebt seit einem Jahr in Güstrow. Gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern hat er das Komm-Center mitbegründet.














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