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Schloss Güstrow : „Ein ausgeschüttetes Füllhorn…“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hinter nüchternem Titel der neuen Schau auf Schloss Güstrow verbirgt sich eine der größten und wichtigsten Ausstellungen des Landes

von
erstellt am 13.Jul.2015 | 06:00 Uhr

Die Sonnabend eröffnete Ausstellung auf Schloss Güstrow trägt den nüchternen Titel „Aus der Kunstsammlung Mecklenburg-Vorpommern“. Nicht gerade reißerisch, sogar etwas langweilig. Dass sich dahinter eine der wichtigsten und größten Ausstellungen des Landes in diesem Jahr mit überregionaler Strahlkraft verbirgt, mag man zunächst nicht vermuten. „Wir haben mit verschiedenen Titeln gespielt, aber jede Formel würde zu kurz greifen, weil die Werke so unterschiedlich sind“, sagt Kuratorin Regina Erbentraut, zugleich Güstrower Schlossleiterin. Was dem Besucher an drei verschiedenen Orten im Schloss geboten wird, nennt Erbentraut „ein ausgeschüttetes Füllhorn von künstlerischen Möglichkeiten, Sichtweisen und Gestaltungen“. 113 Werke sind zu sehen, von der Kunst der 1980er-Jahre aus den Nordbezirken der DDR bis zu den Kunstankäufen des Landes aus den Jahren 1994 bis 2014. „Das kann sich schon sehen lassen“, sagt Regina Erbentraut.

„Hier kann jeder etwas finden, dass ihm gefällt, aber natürlich auch etwas, das auf Ablehnung stößt. Aber jeder wird etwas entdecken“, sagt die Kuratorin. Im Wirtschaftsgebäude des Schlosses ist vor allem die Malerei aus den 1980er-Jahren zu sehen, in der Kleinen Galerie im Nordflügel Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken und Handzeichnungen und im 2. Obergeschoss sind Skulpturen, Objekte, Gemälde und Videoinstallationen ausgestellt. Zeitgenössische Kunst in alten Räumen aus der Renaissance zu platzieren, macht der Kunsthistorikerin Erbentraut besonderen Spaß. „Es ist immer wieder spannend, wie man das harmonisieren kann“, sagt sie. „Man entdeckt mit alter Kunst die neue und mit neuer Kunst die alte.“

Die neue Ausstellung ist bis zum 4. Oktober im Schloss zu sehen. Begleitet wird sie von zahlreichen Veranstaltungen. So zeigt das Schloss in Kooperation mit dem Filmklub Güstrow am 24. Juli um 18 Uhr im Wirtschaftsgebäude den Film „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders und am 18. September um 18 Uhr „Abschied von Matjora“, 1983 in der UDSSR gedreht. Als besonderen Höhepunkt hebt Regina Erbentraut das Kunstgespräch mit Prof. Rolf Kuhrt am 5. September um 15 Uhr hervor. Kuhrt war Lehrer von Thomas Ziegler an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Er spricht über das in der Ausstellung zu sehende vierteilige Werk von Ziegler „Sowjetische Soldaten“ aus dem Jahr 1987. Die Porträts sowjetischer Soldaten, die der Künstler selbst als Perestroika-Werk verstand, sorgten auf der 10. Kunstausstellung der DDR 1987/88 für heftige Diskussionen.

Ebenfalls im Begleitprogramm sind zahlreiche museumspädagogische Angebote für alle Schularten sowie für Kitas und Horte. Hier geht es u.a. um den Vergleich zwischen alter und moderner Kunst. Ansprechpartnerin dafür ist Monika Lehmann, Telefon 0 38 43/752 14.

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