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Güstrower Anzeiger

25. September 2017 | 20:49 Uhr

Güstrow : Ein Abschied, aber nicht für immer

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leiterin des Seniorenheims am KMG-Klinikum Güstrow, Brunhilde Kölpin, wird in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

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erstellt am 02.Sep.2017 | 05:30 Uhr

Ein bisschen emotional wurde der Abschied von Brundhilde Kröplin als langjährige Heimleiterin des KMG-Seniorenheims gestern dann doch. Erst wurde sie an diesem ersten Tag als Rentnerin von den Kollegen mit Barkas-Krankenwagen von zu Hause abgeholt. Im Seniorenheim angekommen warf sie sich in ihren alten Schwesternkittel und hatte einige Aufgaben zu erledigen: Blutdruck messen, Kompressionsstrümpfe anziehen und Rasieren standen für Brundhilde Kölpin auf dem Programm.

„Alles Dinge, die in ihrer Ausbildung vor 45 Jahren gefragt waren“, weiß Sigrun Merten, Geschäftsführerin der KMG-Seniorenheime. Sie war gestern extra aus Pritzwalk angereist, um ihre Brunhilde, wie sie sie liebevoll nennt, als Chefin und als Freundin zu verabschieden. Ein paar Tränen konnten sich beide Frauen dabei nicht verkneifen. „Wir haben das Seniorenheim gemeinsam aufgebaut, waren aber auch freundschaftlich verbunden“, sagt Sigrun Merten und fügt hinzu: „Man freut sich für sie, aber es ist auch ein Einschnitt.“

Brunhilde Kölpin blickt auf ein 45-jähriges Arbeitsleben zurück, von dem sie keinen Tag bereut. Ihre Krankenschwesterlehre begann sie 1972 in Graal-Müritz und nahm zwei Jahre später ihre Arbeit in der Entbindungsstation des Güstrower Kreiskrankenhauses auf. Ende der 90er-Jahre setzte sich Brunhilde Kölpin noch einmal auf die Schulbank und erwarb an der Fachhochschule Neubrandenburg ein Diplom als Betriebswirtin. Im Jahr 2005 eröffneten Seniorenheim am KMG-Klinikum übernahm sie die Pflegedienst- und Heimleitung in Personalunion. „Das war wirklich kurios. Während meiner Lehre musste ich eine Woche in der Altenpflege arbeiten und empfand diese Zeit als ganz schrecklich. Damals habe ich mir geschworen, nie im Leben in der Altenpflege zu arbeiten“, erinnert sie sich. Allerdings sei die Altenpflege von damals nicht mit heute zu vergleichen. „Sicher, die Arbeit ist deutlich anstrengender geworden, aber uns stehen inzwischen auch viel bessere Hilfsmitteln zur Verfügung “, räumt sie ein.

Noch mehr verbesserte sich die Situation, als 2013 der Neubau auf dem KMG-Gelände in Betrieb genommen werden konnte. Seitdem verfügt die Einrichtung über 99 Plätze von denen einer für besondere Fälle und zwei weitere für die Kurzzeitpflege vorgehalten werden. Die Bewohner leben in elf Wohngruppen zu je neun Personen. Jede Gruppe trägt einen Blumennamen wie Anemone, Veilchen oder Sonnenblume. Die kleinen Keramikschilder, die im Haus den Weg in die einzelnen Wohngruppen weisen, hat Brunhilde Kölpin selbst getöpfert. „Ein Hobby von mir, von dem ich mir im Ruhestand erhoffe, dass ich es wieder etwas intensiver ausüben kann“, sagt Brunhilde Kölpin, an der Bewohner und Mitarbeiter besonders ihre stets gute Laune und ihr soziales Engagement schätzen.

Ein bisschen muss die Töpferscheibe aber noch auf die frisch gebackene Rentnerin verzichten. Auf Bitten der Geschäftsführung der KMG-Seniorenheime wird sie auf der Basis eines Minijobs bei der Einarbeitung ihrer Nachfolgerin Birgitt Steinmetz und als Beraterin helfen. Beide Frauen kennen sich schon seit 2013, als Birgitt Steinmetz im Rezeptionsbereich tätig wurde. „Wir haben über die Jahre festgestellt, dass wir in unseren Auffassungen auf einer Linie liegen. Das ist eine gute Voraussetzung für einen reibungslosen Wechsel in der Heimleitung“, versichert Brunhilde Kölpin. „Mit Birgitt Steinmetz haben wir eine gute Nachfolgerin gefunden“, betont auch Sigrun Merten.





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