zur Navigation springen

Baumabnahme Mühl Rosin : Eichen erinnerten an die Kindheit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Abnahme von zwei Bäumen in Mühl Rosin – für Forstamts-Mitarbeiter Marko Weirauch ein wehmütiger Moment.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Abnahme von zwei schadhaften Eichen an der Waldsiedlung in Mühl Rosin verfolgte Marko Weirauch mit Wehmut und mit Verständnis. Der Mitarbeiter im Forstamt Güstrow ist in Mühl Rosin aufgewachsen und hat die den Eichen gegenüber liegende Schule besucht. „Ich erinnere mich noch, wie ich mit meinem Biologielehrer und Schulleiter um die Eichen herumgegangen bin und wir gerätselt haben, wie alt sie wohl sein mögen. Und ich habe versucht, die Bäume mit den Armen zu umschließen, was mir natürlich nicht gelungen ist“, sagt der 35-Jährige.

Doch der Förster kennt auch die Gefahren, die mit kranken und schadhaften Bäumen verbunden sind. „Im Stamm des einen Baums ist bereits eine tiefe Höhle entstanden, in der sich Fäulnis von innen ausbreitet und die Standfestigkeit der Eiche beeinträchtigt. Das macht den Baum unberechenbar. Und da er an der Straße, genau an der Bushaltestelle und in Reichweite des Schulhofs steht, stellt er eine Gefahr dar“, begründet Weirauch noch einmal den Abnahmeantrag. Das Ansinnen des Forstamtes war von der Unteren Naturschutzbehörde besonders genau geprüft worden, da die beiden Bäume in einem Ensemble entlang der Straße stehen, das als Naturdenkmal eingestuft ist. Auch ein öffentlich bestellter Baumsachverständiger hatte die Abnahme der auf ein Alter von 150 bis 200 Jahren geschätzten Eichen empfohlen.

Mitarbeiter der „Baumsteigergruppe“ aus dem Forstamt Schlemmin hatten am Dienstag mit einer Hebebühne die Äste der Bäume abgesägt. Gestern nun wurde die Säge an den Stämmen angesetzt. Beide Eichen fielen in die vorausbestimmte Richtung. Sie werden an Ort und Stelle belassen und als Totholz noch vielen Lebewesen als Herberge dienen. An den entlang der Straße verbliebenen Eichen wird das Forstamt in den nächsten Tagen Ausweichquartiere für Fledermäuse anbringen. „Wir können nicht ausschließen, dass diese Tiere die Stammhöhle als Sommerquartier genutzt haben. Denn eigentlich ist das auch vom Standort her ein optimales Habitat für Fledermäuse“, schätzt Marko Weirauch ein.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen