Ehrenamt Güstrow : Ehrung für Jungrotkreuzler

Martin Stelter (l.) zieht mit einem gekonnten Griff Tom Kitzmann aus dem Wasser. Reinhard Eiserle schaut zu und ist zufrieden.
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Martin Stelter (l.) zieht mit einem gekonnten Griff Tom Kitzmann aus dem Wasser. Reinhard Eiserle schaut zu und ist zufrieden.

Der Lauf in Solferino erinnert an eine blutige Schlacht und die Gründung des internationalen Roten Kreuzes – Martin Stelter aus Güstrow ist mit dabei.

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14. Juni 2016, 12:00 Uhr

Martin Stelter freut sich auf seine erste Auslandsreise. Der 16-jährige Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht und Schüler der Güstrower Inselseeschule fährt in der kommenden Woche ins italienische Solferino, zehn Kilometer südlich vom Gardasee. Bei dieser besonderen Tour erlebt er den Fackellauf – Fiaccolata – von Solferino nach Castiglione aus Anlass der Gründung des internationalen Roten Kreuzes und in Erinnerung an die Schlacht von Solferino. Es war die Entscheidungsschlacht im Sardinischen Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Sardinien und dessen Verbündetem Frankreich unter Napoléon III. Durch die Niederlage der Österreicher bei Solferino am 24. Juni 1859 wurde der Krieg von Sardinien gewonnen und der Weg zur Einigung Italiens eröffnet.

In der Geschichte der Kriege in Europa war Solferino Schauplatz einer der blutigsten Schlachten. An diesem 24. Juni 1859 gab es bei dem Gemetzel 6000 Tote und mehr als 40 000 Verletzte. Der Schweizer Henry Dunant sah das Grauen einen Tag später. Er begann umgehend für eine bessere Versorgung der Opfer zu kämpfen. Verwundete und Sterbende wurden nach Castiglione gebracht. Heute spricht man bei diesem Einsatz von der Geburtsstunde des internationalen Roten Kreuzes. Vier Jahre später, am 26. Oktober 1863, wurde es gegründet. Zur Würdigung der Gründung bzw. der aufopferungsvollen Arbeit Dunants findet seit 1992 alljährlich am Sonnabend vor oder nach dem historischen Datum der Schlacht der Fiaccolata statt. Es ist ein symbolischer Lauf über zwölf Kilometer, bei dem sich die europäische Rot-Kreuz-Jugend trifft.
„Wir nutzen den traditionellen Fackellauf als jährliche Auszeichnungsreise. Sie richtet sich an unsere Jugendlichen im Kreisverband, die sich ehrenamtlich beispielsweise in der DRK-Wasserwacht, im Schulsanitätsdienst oder im Jugendrotkreuz einbringen“, erklärt Carolin May, Assistenz des Vorstandes. „Mit dieser Reise wollen wir den Jugendlichen unsere Anerkennung aussprechen und uns für das Engagement bedanken. Gleichzeitig soll diese Reise eine Motivation sein“, informiert sie weiter.

„Auf Martin trifft das voll zu. Er ist mit Elan und Spaß Rettungsschwimmer“, sagt Reinhard Eiserle, sein Ausbilder und ehemaliger Lehrer, der das Projekt Rettungsschwimmen an der Inselseeschule seit der Wende leitete. „Martin hat die Auszeichnung verdient. Ich schätze seine Einsatzbereitschaft. Er hilft bei Ausfällen und kontrolliert den Strand, ohne das man immer was sagen muss“, ergänzt Christian Möller, Leiter der DRK-Wasserwacht. „Es ist toll, dass ich nach Italien fahren darf. Außerdem laufe ich gern“, erzählt Martin begeistert. Seit dem August 2014 hat er das silberne Rettungsschwimmerabzeichen. Dieses Jahr ist er in seiner zweiten Saison als Rettungsschwimmer-Helfer am Inselsee im Einsatz. Dass er gern hilft, zeigt auch sein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr Güstrow, der er ebenfalls seit zwei Jahren angehört.

Gemeinsam mit dem 16-Jährigen Martin Stelter fahren acht weitere junge Ehrenamtler nach Solferino: Emma-Luisa Gabriel und Saskia Zietlow aus Güstrow, Johanna Rüter, Shakira Kansy und Dennes Fischer aus Krakow am See, Lena Gerion aus Laage (alle Wasserwacht), Lisa-Marie Latzke aus Bützow (Schulsanitätsdienst) und Jugendrotkreuzler Robert Heinz-Dieter Klaiber ebenfalls aus Bützow. Außer dem traditionellen Fackellauf stehen in Solferino eine Führung mit Besichtigung des Kriegsmuseums, des Turms „Spion von Italien“, der Knochenkapelle und des Rot-Kreuz-Denkmals sowie ein Besuch des Rot-Kreuz-Museums und des Doms in Castiglione auf dem Programm der acht Jugendlichen.






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