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Hauptausschuss : Ehrengrab für Friedrich Schult

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt soll Pflege des Grabes des ehemaligen Nachlassverwalters des Barlachschen Werkes übernehmen

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Der Hauptausschuss der Güstrower Stadtvertretung stimmte gestern Abend einstimmig für die Übernahme der Grabstätte von Friedrich Schult (1889 bis 1978) auf dem Güstrower Friedhof als Ehrengrabstätte der Barlachstadt. Derzeit werden auf dem Friedhof sieben Grabstätten als Ehrengrabstätten durch die Stadt gepflegt. Mit der Übernahme würden der Stadt jährlich zusätzliche Kosten von 270 Euro entstehen. Damit würden sich die Gesamtkosten für sämtliche Ehrengrabstätten der Stadt auf 2620 Euro pro Jahr erhöhen. Die Stadtvertretung muss dem Vorhaben auf ihrer Sitzung am 23. Oktober noch zustimmen.

„Friedrich Schult hat sehr viele Verdienste und ist sehr bedeutend für unsere Stadt“, unterstrich Ausschussmitglied Gerhard Jacob. So wie er stimmten auch die restlichen Mitglieder für eine Ehrengrabstätte. Uwe Heinze (SPD) regte aber an, einen Leitfaden für Ehrengräber zu erarbeiteten, damit es zukünftig nicht immer Einzelfallentscheidungen geben müsse.

Zu den bisherigen Ehrengrabstätten der Stadt zählen u.a. die von John Brinckman, dem bedeutenden niederdeutschen Schriftsteller, und von Adolf Kägebein, der als Architekt das Güstrower Stadtbild von 1924 bis 1945 prägte und auch das Atelierhaus von Ernst Barlach am Inselsee baute. Auch Friedrich Schult hat eine enge Verbindung mit Barlach. Als Nachlassverwalter des Barlachschen Werkes lebte er ab 1947 im Atelierhaus. Im Auftrag der Deutsche Akademie der Künste erarbeitete er über mehrere Jahre die Barlach-Werkverzeichnisse.

Doch Friedrich Schult lebte bereits seit 1914 in Güstrow, arbeitete u.a. als Zeichenlehrer am Realgymnasium und war vielfältig in der Stadt tätig. Ehrenamtlich betreute Schult von 1924 bis 1945 das Güstrower Museum am Wall. Im Mai 1945 gehörte er zu dem mutigen Kreis der Männer und Frauen, die durch ihr besonnenes Handeln dafür sorgten, dass Güstrow der Roten Armee kampflos übergeben und somit vor der Zerstörung bewahrt wurde.

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