Lüssow : Ehemaliges Küsterhaus neu genutzt

Der Vereinsvorsitzender Hartmut Dietrich vor einer Fotodokumentation, die die Geschichte der Sanierung des ehemaligen Küsterhauses erzählt.
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Der Vereinsvorsitzender Hartmut Dietrich vor einer Fotodokumentation, die die Geschichte der Sanierung des ehemaligen Küsterhauses erzählt.

SVZ-Vereinsserie: Der Förderverein „Haus der Begegnung“ in Lüssow ist seit 20 Jahren Träger der Einrichtung.

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20. Juni 2016, 12:00 Uhr

1997 stand die Kirchgemeinde Lüssow vor der Frage, wie das hinter dem Pfarrhaus liegende, stark sanierungsbedürftige ehemalige Küsterhaus künftig genutzt werden sollte. „Die Meinungen gingen weit auseinander“, erinnert sich Hartmut Dietrich, damals Pastor in der Gemeinde. Die einen plädierten für Abriss, andere für Verkauf, wieder andere wollten das Objekt vermieten. Eine Gruppe, darunter der Pastor, schlug vor, das Haus als kostengünstige Begegnungsstätte für kleinere Gruppen umzugestalten. Diese Idee setzte sich schließlich durch. Um das Vorhaben zu verwirklichen, gründete Dietrich einen Förderverein, dessen erste Aufgabe darin bestand, an der Umsetzung der Pläne mitzuarbeiten. „Mit der Kirche schloss der Verein eine Nutzungsvereinbarung. Kurz darauf begann der Umbau. Die Mittel kamen durch den Verkauf einiger kleiner Immobilien der Kirche und durch einen Zuschuss aus dem Patronatsfonds der Landeskirche zusammen“, erzählt Dietrich.


Ziel: Haus für alle erschwinglich halten


Gebaut wurde immer mal wieder: 2003 kam mit dem Wintergarten ein zweiter Seminarraum dazu, 2014 wurden das Dach neu eingedeckt und eine Fotovoltaikanlage installiert. Heute finden in dem Haus bis zu 15 Besucher in den fünf Schlafräumen ein Bett, gibt es Dusch-­ und Waschräume, eine komplett eingerichtete Küche und zwei Gruppenräume. Der Aufenthalt ist auf Selbstverpflegung ausgerichtet, die Bewirtschaftung erfolgt weitgehend ehrenamtlich, um die Übernachtungskosten niedrig zu halten.

„Im Haus der Begegnung finden unter anderem Freizeiten, Seminare, Übungswochen für Chöre und Bands statt“, berichtet Dietrich. Wichtig ist dem Verein, auch wirtschaftlich und sozial benachteiligten Menschen einen Aufenthalt zu ermöglichen. Seit der Inbetriebnahme haben kirchliche und nichtkirchliche Gruppen aus Mecklenburg­Vorpommern und aus anderen Bundesländern das Haus genutzt. So erleben die Vorschulkinder aus dem Rostocker evangelischen Kindergarten regelmäßig ihre Abschiedswoche in Lüssow. Oder die evangelische Studentengemeinde trifft sich zur Semesterplanung.

„Da gibt es noch alte Verbindungen“, schmunzelt Dietrich, der von 1986 bis 1992 in Rostock als Studentenpfarrer wirkte und in der Hansestadt zu den Gestaltern der Wende gehörte. Von Anfang an beherbergte die Begegnungsstätte die zur Erholung nach Deutschland kommenden Kinder aus dem weißrussischen Shodino. „Dieses Jahr hat es leider aus finanziellen Gründen nicht geklappt, aber 2017 geht es weiter“, versichert Dietrich. Im vergangenen Jahr verbrachten Bewohner eines SOS-Kinderdorfes aus der Pfalz ihre Ferien in Lüssow.

Aber auch Joachim Voß aus Güstrow weiß die Begegnungsstätte zu schätzen. Übers Wochenende traf er sich in dem Haus mit den Gruppenleitern für eine in der ersten Ferienwoche geplante Kanutour. „Wir schätzen die Begegnungsstätte, die einfach, aber praktisch eingerichtet ist. Und die Bahn ist in erreichbarer Nähe, was vor allem für unsere Gruppenleiter, die oft noch nicht 18 sind, wichtig ist“, sagt er.

Die ein Dutzend Mitglieder des Fördervereins kommen aus Rostock, Wismar, Berlin, aber auch aus der näheren Umgebung. „Einmal im Jahr laden wir zur Mitgliederversammlung ein. Jedem von uns ist das Projekt ans Herz gewachsen und jeder engagiert sich auf seine Weise, um in dem Haus noch viele Begegnungen zu ermöglichen“, versichert der 76-jährige Vereinsvorsitzende Hartmut Dietrich.

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