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Legionellen : Duschverbot in Krakower Sporthalle

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Grundlegende bauliche Veränderungen erforderlich / Stadt prüft mehrere Varianten / Kritik: Problem lange bekannt

In nichtöffentlicher Sitzung beriet die Stadtvertretung Krakow am See über Planungen zur Änderung der Sanitäranlage in der Turnhalle. Hintergrund ist ein Befall des Wassers im Sanitärbereich mit Legionellen. Standen zunächst, durch den Bauausschuss vorgeschlagen, vier Varianten zur Debatte, so wurde die Entscheidung aber vertagt. Zwar beschloss die Stadtvertretung die Bereitstellung der erforderlichen Gelder in einem Nachtragshaushalt, doch für eine ins Spiel gebrachte fünfte Variante würden die nicht ausreichen. Deshalb soll Variante 5, bei der Solarenergie genutzt werden würde, sorgfältig geprüft werden. Zweiter Haken: In diesen Sommerferien wird es nun wohl nichts mehr mit dem Umbau, bestätigt Bürgermeister Wolfgang Geistert.

Zuvor entwickelte sich bereits im öffentlichen Teil eine Diskussion. Nils Ruhnau (CDU, Vorsitzender Bauausschuss) kritisierte „als Stadtvertreter und Vater“, dass gegen diesen Zustand „seit elf Monaten“ von der Stadt und speziell von Bürgermeister Geistert nichts unternommen worden sei bzw. eine ungenügende Information der Eltern erfolgte. Ruhnau sprach sich auch gegen die Planungsvariante, Elektrodurchlauferhitzer zu installieren, aus, weil mit denen eine Prüfungspflicht entfallen würde. Ruhnau: „Ich verlange so schnell wie möglich eine fachgerechte Sanierung. Es ist ein Skandal, wie man mit dieser Situation umgeht, denn duschen ist nicht mehr möglich und man doktert nur herum.“

Stadtvertreter Ruhnaus Kritik kommt spät. Bereits am 31. August 2013 berichtete die SVZ von Legionellenbefall im Wasser der Krakower Turnhalle. Am 14. September meldete die SVZ die Aufhebung des Duschverbotes.

Das Duschverbot, seit März nun wieder in Kraft, betreffe die Schulkinder gar nicht, erklärt Schulleiterin Heike Watzke, da diese gar nicht duschen würden. Betroffen wären die Vereins- und Freizeitsportler. Das Gesundheitsamt des Landkreises habe deshalb nach einer Standardprobe, bei der erneuter Legionellenbefall festgestellt worden sei, ein Duschverbot mit warmem Wasser ausgesprochen, informierte Kreissprecher Kay-Uwe Neumann auf SVZ-Nachfrage. Zugleich wird von „keinem typischen Krakow-Problem“ in Schulsporthallen, deren Duschen oft nur abends und wenig genutzt werden, gesprochen.

Bisher habe man durch erhöhte Kontrollen, Spülungen und punktuellen Einbau von neuen Ventilen dafür gesorgt, Gefährdungen entgegenzuwirken, erklärt Christian Walter vom Krakower Bauamt.

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