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Hohe Ehrung : Du stehst da oben und dir geht durch den Kopf: ,Das bist doch nicht du’!“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping würdigte den Güstrower Professor Jan Harff und sieben weitere Wissenschaftler mit dem Internationalen Preis für Wissenschafts- und Technologie-Kooperation.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Den Jetlag haben Angelika (68) und Jan Harff (70) inzwischen bewältigt, die inneren Uhren gehen wieder europäisch. Eine gute Woche war das Ehepaar auf Tour nach und in China. Aus Ehemann Jan Harff sprudelt es immer noch nur so heraus, was die Güstrower in den vergangenen Tagen im Reich der Mitte erlebt haben.

Eingeladen hatte sie der chinesische Staatspräsident, Xi Jinping. Das Staatsoberhaupt würdigte den Güstrower Professor und sieben weitere Wissenschaftler mit dem Internationalen Preis für Wissenschafts- und Technologie-Kooperation (SVZ berichtete). Erstmals in ihrer 20-jährigen Geschichte ging die höchste Auszeichnung, die das Milliardenvolk für ausländische Wissenschaftler vergibt, an einen Meeresgeologen. „Das ist eine Botschaft. So freut man sich persönlich für alle Vertreter seiner Disziplin“, berichtet Jan Harff. Ein Hintergrund wohl ist die rasante Entwicklung des Riesenlandes, dessen Ressourcen auf dem Lande knapp werden und das neue Chancen auf dem Meer, an den Küsten wie in der Tiefsee, erschließen will.


Staatsakt in Großer Halle des Volkes


In mehreren Aufzügen verlief der Staatsakt in der Großen Halle des Volkes, die mit 3300 Gästen gefüllt war wie auf einem Parteitag. Vertreter des Staatsrates, der Ministerpräsident begrüßten und beglückwünschten unter Vorsitz des Staatspräsidenten die Vertreter von 61 ausgezeichneten chinesischen Wissenschaftlerteams. Anschließend nahmen in der ersten Reihe für das obligatorische Foto mit den rund 400 Geehrten und Ehrenden die ausländischen Gäste Platz: drei US-Amerikaner, zwei Italiener, ein Kanadier und der Deutsche Jan Harff. Jedes einzelne Gesicht ist auf dem knapp zwei Meter langen Leporollo gut zu erkennen, das Jan und Angelika Harff in ihrer Güstrower Wohnung entrollen. Auf einem zweiten Akt wurden die Ehepartner der Wissenschaftler willkommen geheißen.

„Das ist ja nicht nur die wissenschaftliche Arbeit, die da geehrte wurde“, erzählt Jan Harff, „sondern das würdigt ja auch die vielen guten Freunde in Warnemünde, in Greifswald, in Polen und in China, die man bei seiner Arbeit kennen und schätzen gelernt hat. Und dann stehst du da oben und dir geht durch den Kopf: ,Das bist doch nicht du’!“ Der Güstrower und sieben weitere Wissenschaftler aus aller Welt (ein Russe war verhindert) wurden mit dem Internationalen Preis für Wissenschafts- und Technologie-Kooperation geehrt. Nach jahrelanger Tätigkeit am Warnemünder Landesinstitut für Ostseeforschung lehrt Prof. Jan Harff an der Stettiner Universität und hat Gastprofessur in chinesischen Yantai (SVZ berichtete).

Die Ehrung bezeichnet Jan Harff als „Krönung einer 20-jährigen wissenschaftlichen Arbeit“ vieler Menschen. Dass ausgerechnet er als ihr Vertreter die goldene Medaille umgehängt bekam, sieht er auch als große Würdigung der Wissenschaftler Mecklenburg-Vorpommerns an.

In der Heimat zurück, hätten sie viele Glückwünsche bekommen, erzählen die Harffs. „Besonders berührte mich der Gruß alter Klassenkameraden aus meiner Schulzeit in der Hafenstraße“, freute sich Jan Harff.

Doch Jan Harffs Blick ist nicht in die Vergangenheit gerichtet. Schon in China tourte er von Peking weiter nach Guangzhou, die nächsten Projekte zu beraten. An den Ruhestand mag der 70-Jährige noch gar nicht denken.

 

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