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Güstrow : DRK-Rettungsdienst in Not: heute Warnstreik

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der DRK-Rettungsdienst tritt heute in einem Warnstreik. Er will Tarifverhandlungen und eine Entlohnung wie der öffentliche Dienst. Das verweigert der Arbeitgeber, der DRK-Kreisverband. Ein Notdienst ist heute gesichert.

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2014 | 00:30 Uhr

Die Aufnahme von Tarifverhandlungen, eine gerechte Bezahlung und eine Gleichbehandlung mit Kollegen des öffentlichen Dienstes fordern heute Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes aus Güstrow, Bützow und Teterow bei einem Warnstreik in Güstrow. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten dazu auf.


DRK trat 1998 aus Tarifvertrag aus


Anette Golle, Verdi-Verhandlungsführerin in der Tarifkommission: „Der Arbeitgeber, der DRK-Kreisverband, verweigert Tarifgespräche. Die Verdi-Mitglieder wollen durch den Warnstreik den Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen.“ Angestrebt wird eine Anlehnung an den Tarif des öffentlichen Dienstes. Golle weist darauf hin, dass im Vergleich zu einem Mitarbeiter im Rettungsdienst der Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle des Landkreises im Durchschnitt 700 Euro mehr verdient. So etwas sei nicht hinzunehmen, so Golle.

Die Situation schwelt seit 1998. In dem Jahr trat der DRK-Kreisverband nach eigenen Angaben aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Tarifvertrag aus. Seitdem gibt es nach Aussagen von Notfallsanitäter Frank Bauriedl, Mitglied der Tarifkommission, „nicht erwähnenswerte Lohnerhöhungen“, obwohl die Aufgaben immer umfangreicher geworden seien. „Aber im Portmonee sieht man das nicht“, so Bauriedl. Mit diesem Zustand sei auch die Unzufriedenheit der Kollegen gestiegen, die Motivation gesunken und viele hätten auch den Spaß an der Arbeit verloren, ohne allerdings ihre Aufgaben, Menschen zu helfen und zu retten, zu vernachlässigen, erklärt Bauriedl weitere Umstände für den Warnstreik. Unverständlich ist den Mitarbeitern auch, dass es zwar mehrfach Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Struve gegeben habe, die aber zu keinem Ergebnis führten.

Der Warnstreik findet heute von 6 Uhr bis zum Ende des 24-Stunden-Dienstes statt. Treff ist 14 Uhr vor der Kreisverwaltung Am Wall. Um 16.30 Uhr marschieren die Mitarbeiter zum DRK-Palais in der Langen Straße. Dort läuft ab 18 Uhr eine turnusgemäße Mitarbeiterversammlung des DRK-Kreisverbandes. Sie nutzen sie, um ihre Forderungen zu unterstreichen.

Verdi kritisiert weiter, dass der Arbeitgeber auch Verhandlungen zur Notdienstvereinbarung abgelehnt hat. Golle: „Damit Mitbürger nicht zu Schaden kommen, hat die Verdi-Tarifkommission Montag einen Notdienst erarbeitet.“ Die dort eingesetzten Mitarbeiter würden allerdings nicht zum Warnstreik aufgerufen, heißt es in einem Schreiben der Gewerkschaft.


DRK: unterschiedliche Bezahlung nicht gewollt


Vorstandsvorsitzender Peter Struve erklärt, dass der Tarifvertrag ausschließlich für die Rettungsdienstmitarbeiter gelten soll, nicht jedoch für die Mitarbeiter in den anderen Bereichen wie Altenpfleger, Kindererzieher oder Krankenschwestern. Mit einer unterschiedlichen Bezahlung für gleichwertige Tätigkeiten in einem Kreisverbandes habe er aber Probleme, sagt er. „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, jeden Mitarbeiter gemäß seiner Ausbildung, Qualifikation und Tätigkeit zu bezahlen“, erklärt Struve weiter.





 

 

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