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Kuchelmisser Dreschfest : Dreschfest ohne Schnittereinzug

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Althergebrachtes Schau-Mähen fiel dieses Jahr an der Wassermühle Kuchelmiß aus. Dreschfest auf der Kippe und dennoch ein Erfolg.

Um eine Attraktion ärmer blieb das diesjährige Dreschfest des Fördervereins Wassermühle Kuchelmiß: Die vormittägliche Schnittervorführung, immer wieder wegen ihres Mitmachpotenzials besonders von Urlaubern rege genutzt, konnte nicht stattfinden. „Auf den Äckern rund um die Mühle wurde dieses Jahr kein Getreide angebaut. Wir hätten über die Straße gehen müssen, doch das wollen wir nicht riskieren“, erklärte Vereinsvorsitzender Berthold Riech bedauernd. So habe man im Vorfeld von einem etwa einen Kilometer entfernten Schlag rund 100 Quadratmeter Weizen geschnitten und die Garben auf den Mühlenhof gebracht. Hier konnte das vorzeitlich anmutende Dreschen des Korn aber wie traditionell gehabt gezeigt werden – mittels Dreschflegel und Muskelkraft sowie mit einem Dreschkasten aus der Anfangszeit der Mechanisierung der Landwirtschaft.

Auch das war durchaus nicht selbstverständlich in diesem Sommer. Lange hätten die Vereinsmitglieder mit sich gerungen, wegen der andauernden Regengüsse in den vergangenen Wochen das Dreschfest in diesem Jahr womöglich ganz abzublasen. Schon voriges Jahr hatte am Nachmittag einsetzender Starkregen den Mühlenhof unter Wasser gesetzt und dem Restfest den Garaus gemacht. Riech: „Erst am Montag fiel der endgültige Entschluss für das Fest, weil sich endlich eine Besserung des Wetters zum Wochenende hin abgezeichnet hatte.“

Der Zuspruch am Sonnabend, trotz des am Nachmittag einsetzenden Tröpfelns, belohnte den zahlenmäßig kleinen Verein und seine Helfer. Aus Brandenburg, Berlin, Sachsen kamen wieder reichlich Urlauber. Viele haben auf einer Radtour durch die Region an der Kuchelmisser Wassermühle Station gemacht und interessierten sich für eine Führung von Monika Delzepich durch die kulturhistorisch wertvolle Wassermühle oder stärkten sich an frisch vor Ort gebackenem Brot und Kuchen oder erwarben bei den Kunsthandwerkern oder auf dem Flohmarkt ein kleines Urlaubssouvenir. Gut, dass Rolf Hinninger und Heike Staeker, die schon um 6 Uhr den historischen Steinbackofen angeheizt haben, wieder auf die tatkräftige Hilfe eines in Krakow am See ansässigen Asylbewerbers aus Afghanistan bauen konnten, bemerkte Riech.

Und im nächsten Jahr, darauf baut Berthold Riech ganz fest, findet sich hoffentlich dann auch wieder ein Ährenfeld in Nähe der Mühle.

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erstellt am 07.Aug.2017 | 05:00 Uhr

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