Wokra : Drei Schritte voran, einer zurück

Wokra: Jahresabschluss 2012 bestätigt, neuer Gesellschaftsvertrag, Entlastung für Tourismus-GmbH, aber Fusion verschoben

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10. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Vertagt werden muss die Fusion der Krakower Wohnungsgesellschaft Wokra mit der Tourismus-GmbH. Dies offerierte Bürgermeister Wolfgang Geistert (SPD) jetzt den Stadtvertretern. Dabei hatten die die Verschmelzung der beiden kommunalen Unternehmen rückwirkend zum Jahresbeginn 2014 längst beschlossen. Dies sei nun aber noch nicht möglich, so Geistert, weil die Wirtschaftsabschlüsse der Gesellschaften – eine Voraussetzung für einen buchhalterisch sauberen Zusammenschluss – für 2013 noch nicht vorliegen. Als neuen Zieltermin gibt Geistert den 1. Januar 2015 vor.

Eben gerade lag immerhin der Jahresabschluss 2012 für die Wokra auf dem Tisch. Einige Stadtvertreter taten sich damit aber schwer, wie folgerichtig drei Gegenstimmen (CDU) und eine Enthaltung verdeutlichen. Nils Ruhnau (CDU) etwa moniert, dass im Prüfbericht auf mögliche Verstöße von Verantwortlichen kein Bezug genommen werde. Dies, so informierte dazu Geschäftsführer Thomas Bachmann, sei bei den Prüfern angesprochen worden. Die jedoch wären nicht bereit gewesen, ihren Prüfbericht zu ändern. Sowohl Prüfer als auch der Aufsichtsrat gaben die Empfehlung, den Prüfbericht zu billigen. Ein gegenteiliges Votum aus der Gesellschafterversammlung, bemerkte Kathrin Lange, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, würde die Arbeit der Wokra behindern. Lange: „Hier geht es aber um die Zahlen, und die sind nicht strittig.“ Ausdrücklich jedoch beinhaltet die Billigung durch die Stadtvertretung nicht die Entlastung von Geschäftsführer und Aufsichtsrat. Dies war auch schon für den Jahresabschluss 2011 so praktiziert worden, betont Bürgermeister Geistert.

Eine weitere Grundlage für die Wokra-Arbeit, der neue Gesellschaftsvertrag, ging ebenfalls jetzt über die politische Bühne. Lediglich einige redaktionelle Anmerkungen hatten die Stadtvertreter, die außerdem mehrheitlich (gegen die SPD-Fraktion) für Wahlen in den Aufsichtsrat das Verfahren nach Hare-Niemeyer durchsetzten. Damit hat die Wokra eine neue durch die Stadtvertretung legitimierte Arbeitsgrundlage, wenngleich es auch hier zwei Gegen- und eine enthaltende Stimme gab. Neu ist eine konkretisierte Berichtspflicht des Aufsichtsrates an die Stadtvertretung: Jährlich sind dabei u.a. der Jahresabschluss zu erörtern sowie die aktuelle Lage des Unternehmens und die nächste Zukunft zu beschreiben.

Eine etwas spezielle finanzielle Hilfestellung für den Neustart nach Verschmelzung mit der Tourismus-GmbH gibt die Stadtvertretung der Wokra an die Hand. Sie erlässt der Tourismsu-GmbH jährliche Ratenzahlungen von rund 17 000 Euro. Der Kredit resultiert aus dem Kauf des Campingplatzes, bei dem die Stadt für die mit geringer Eigenkapitalquote ausgestattete Tourismusgesellschaft in Vorleistung gegangen war. Der Restbetrag von 297 500 Euro soll nun zwar erlassen werden, ohne aber für die Stadt ganz weg zu sein. Die Kommune nämlich wolle diesen Betrag als zusätzliche Kapitaleinlage in das städtische Unternehmen, die neue Wokra, gesteckt wissen. Dies sei „kein Verzicht auf Vermögen“, antwortete Bürgermeister Geistert dem auch hier nicht mitgehenden Nils Ruhnau. Dessen Fraktion wollte, wie auch SPD-Mann Michael Altmann, den Vorgang vor der Entscheidung lieber noch einmal geprüft sehen.


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