Neue Ausstellung in der Güstrower Galerie Wollhalle : Drei Künstler unter einem Dach

Der Rostockerin Sabine Schröder (3. v. l.) gefiel vor allem die Vielfalt der Ausstellung. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (4)
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Der Rostockerin Sabine Schröder (3. v. l.) gefiel vor allem die Vielfalt der Ausstellung. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (4)

Porzellankunst neben Skulpturen aus Metall und Fotos voller Poesie

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30. März 2015, 04:00 Uhr

„Es ist wieder einmal interessant“, sagt Elisabeth Jahr (60) und schlendert zusammen mit ihrem Mann Harry (70) gemächlich durch die neue Ausstellung in der Güstrower Wollhalle. Sie besuchen fast jede Ausstellung in der Städtischen Galerie gegenüber vom Theater, erzählen die Mühl Rosiner. Es sei immer ein Erlebnis.

Drei Könner ihres Fachs präsentieren diesmal ihre Arbeiten: die Porzellankünstlerin Jutta Albert und ihr Mann, der Bildhauer und Metallgestalter Klaus-Joachim Albert aus dem mecklenburgischen Lübstorf sowie der freischaffende Fotograf Martin Holze aus Teterow. Wie geschaffen scheint die gerade frisch sanierte Galerie für das Miteinander der eigentlich doch so verschiedenen Kunstwerke, die sich dennoch in der Gemeinsamkeit auf wunderbare Weise ergänzen. „Porzellan, Fotografie und Metallobjekte wurden hier auf außergewöhnliche Weise zusammen geführt“, schätzt Annett Zimmermann, Kulturchefin der Stadtverwaltung, in ihrer Eröffnungsrede ein. Wieder einmal gebe die Städtische Galerie Wollhalle „regionaler Kunst eine Plattform“, sich öffentlich zu präsentieren. Durch das Neben- und Miteinander von drei gestalterischen Ausdrucksformen sei es eine „ganz besondere Ausstellung“, findet sie.

Den hohen künstlerischen Gehalt der ausgestellten Arbeiten würdigte anschließend in ihrer Einführung die Güstrower Kunsthistorikerin Iris Brüdgam. „Jutta Albert gehört zu den besten deutschen Porzellandesignerinnen“, schätzte sie ein. In der Ausstellung zeigt Albert vorwiegend Objekte in geometrischen Formen, Gefäße und Schmuck. Alles aus weißem oder schwarzem oder aus schwarz-weißem Porzellan. Ihre Arbeiten seien „von hoher handwerklicher und künstlerischer Qualität“ und es gelinge ihr hervorragend, „die ästhetischen Eigenschaften des Porzellans nach außen sichtbar zu machen“, so Iris Brüdgam.

Edelstahl bevorzugt Klaus-Joachim Albert für seine Skulpturen und seine baugebundene Kunst, die stark von der Bauhauslehre beeinflusst ist. „Charakteristisch für Klaus-Joachim Albert ist eine am Technisch-Konstruktivistischen orientierte Formen und Materialsprache“, so Iris Brüdgam. Der Künstler experimentiere mit der Form und dessen Beziehung zum Raum, meinte sie. Zentrale Elemente in seinem Werk seien dabei „wenige geometrische Formen“.

In eine „Welt der Mythen und der Poesie“, so Brüdgam, entführen dagegen die „Bilder des Nordens“ des Fotografen Martin Holze.

Sie sind das Ergebnis einer Fotoreise nach Island. Meisterhaft versteht es der Künstler, in seinen Aufnahmen Stimmungen einzufangen. „Martin Holze ist ein Meister der leisen Töne. Seine Fotografien nehmen den Betrachter mit in eine Welt voller Mythen und Legenden“, schätzt Iris Brüdgam ein.

In einem weiteren Foto-Zyklus zeigt Martin Holze Aufnahmen stillgelegter Industriestandorte.

Musikalisch eröffnet wurde die Ausstellung durch Saxofonklänge des renommierten Musikers Andreas Pasternack aus Rostock.

Zu sehen die Exposition bis zum 31. Mai.

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