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Kultur 2014 : Drei große Ausstellungen bei Barlach

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kultur 2014 aktuell: Themen unter anderem sind „Barlach und die Musik“ sowie „Barlach und der Erste Weltkrieg“

Auf zwei große Ereignisse verweist Dr. Volker Probst, wenn er ein Resümee der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow für das vergangene Jahr zieht. Zum einen konnten die seit 1995 laufenden verschiedenen Baumaßnahmen mit der Errichtung des museumspädagogischen Gebäudes abgeschlossen werden. Zum anderen liegt jetzt das Werkverzeichnis von Ernst Barlach komplett vor. „Nach der Druckgrafik 2001 und dem plastischen Werk 2006 konnten wir 2013 die zweiteilige Publikation über die Zeichnungen, Taschenbücher und Skizzenhefte vorlegen“, verweist Probst. An dem Projekt wurde seit 1998 gearbeitet und es wurden dafür rund 600 000 Euro an Drittmitteln eingeworben. Die Besucherzahl lag im vergangenen Jahr bei knapp über 30 000, ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren, der aber im Trend der Museumslandschaft liege, so Probst.

Drei große Vorhaben benennt der Museumsleiter für das laufende Jahr. So wird sich an die bis Mai laufende Ausstellung mit Druckgraphiken Ernst Barlachs die Präsentation „Ernst Barlach und die Musik“ anschließen. Dieses Thema wird erstmals in einer Ausstellung aufgearbeitet. „Bis zu seinem Lebensende stellte Barlach in seinen unterschiedlichen Schaffensbereichen musikalische Themen dar, als Spielende, Singende, Tanzende, bisweilen als Einzelwerke, aber auch versteckt innerhalb von Skizzen, Zeichnungen und Druckgraphiken“, sagt Probst. Die Stiftung hat zur Ausstellung, die übrigens in Kooperation mit dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) entsteht, eine Komposition bei dem Münchner Mark Polcher in Auftrag gegeben. Diese wird als Klanginstallation zur Ausstellung im Ausstellungsforum zu hören sein. Helga Thieme zeichnet als Kuratorin verantwortlich, ein Katalog ist in Arbeit. Am 1. Juli wird darüber hinaus zu einer Veranstaltung in den Dom eingeladen, in der Helga Thieme zum Thema spricht und Kantor Martin Ohse Orgelmusik zu Barlachs Werken spielen wird.

Die nächste Ausstellung erinnert an den 1. Weltkrieg, dessen Ausbruch sich 2014 zum 100. Male jährt. Unter dem Motto „Bildhauer sehen den Ersten Weltkrieg: Ernst Barlach“ bereitet die „Arbeitsgemeinschaft Bildhauermuseen und Skulpturensammlungen“ eine Ringausstellung vor. Neben der Barlachstiftung sind unter anderem das Gerhard-Marx-Haus Bremen und das Georg-Kolbe-Museum Berlin daran beteiligt. An Ernst Barlachs Beispiel soll exemplarisch gezeigt werden, wie ein führender Künstler der Moderne sich von anfänglicher Kriegsbegeisterung zum entschiedenen Gegner von Krieg und Gewalt wandelt und das auch in seinen Werken darstellt. Kurator dieser Ausstellung ist Volker Probst.

Das Jahr beschließt eine Ausstellung aus dem Bestand des Nationalmuseums Stettin, mit dem die Stiftung schon längere Zeit erfolgreich zusammenarbeitet. Gezeigt werden im Graphikkabinett etwa 60 hochqualitative Arbeiten auf dem Papier von deutschen und österreichischen Künstlern zwischen 1890 und 1939. „Wandlungen. Von Klinger bis Kanoldt“ ist die Schau überschrieben, für die ein deutsch-polnischer Katalog angekündigt ist.

Neben diesen drei Ausstellungsschwerpunkten, zu denen es auch Kuratorenführungen geben wird, sind übers Jahr weitere Aktivitäten der Stiftung zu erwarten. So beteiligt sich die Einrichtung wieder an der Güstrower Kunstnacht und wird es 2014 auch die Sommerkonzerte in der Gertrudenkapelle geben. Außerdem stellt die Stiftung Leihgaben unter anderem für Ausstellungen in Wilsen/Aller und in Lüttich zur Verfügung.





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