zur Navigation springen

Stadtvertretung Laage : Dorfgemeinschaftshäuser: Was dürfen sie uns kosten?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Diskussion um neue Benutzungs- und Entgeltordnung für Einrichtungen der Stadt Laage / Weiterer Beratungsbedarf

von
erstellt am 29.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Zuerst beendete Laages Bürgermeisterin ihre Erklärungen für eine neue Benutzungs- und Entgeltordnung für Einrichtungen der Stadt Laage mit dem vielsagenden Aufruf: Und jetzt Feuer frei! Dann aber beendete sie die Diskussion schon nach der ersten Frage und zog die Beschlussvorlage zurück. Ein vorschnelles Ende der Debatte erreichte sie damit allerdings nicht. Heftig wurde bereits in den Ortsteilvertretungen (SVZ berichtete) und in den Ausschüssen diskutiert. Der Knackpunkt: Der Entwurf einer Benutzungs- und Entgeltordnung regelt die private Nutzung mit unterschiedlichen Entgelten für Einheimische und Auswärtige. Was aber zahlen die Frauen- oder Seniorengruppen, Vereine, die Ortsgruppen der Volkssolidarität? Nach der vorliegenden Ordnung handelt es sich dabei um Einzelentscheidungen der Bürgermeisterin. Ausnahmeregelungen müsse es selbstverständlich geben, so Lochner-Borst. Nicht zu viele Einzelentscheidungen am Ende?, kam am Mittwochabend die Frage.

Als „letzte kulturelle Zufluchtsorte auf den Dörfern“ bezeichnete Ronald Schäfer, Die-Linke-Fraktionsvorsitzender, die Dorfgemeinschaftshäuser. „Wir brauchen das Vereinsleben auf den Dörfern und sollten es nicht zu viel kosten lassen“, betonte Schäfer. In Laage hätten Gruppen und Vereine auch die Möglichkeit anderweitig unterzukommen, nicht so auf den Dörfern, so Schäfer. Er wünscht sich in einer neuen Ordnung differenzierte Regelungen für die Nutzung durch Vereine und andere Gruppen, deren Angebote der Gemeinschaft zugute kommen. Denkbar wäre seiner Meinung nach auch eine stundenweise Abrechnung.

Weiter stellt Schäfer in Frage, ob für die Einrichtungen der Stadt Laage in der Stadt selbst und auf den Dörfern die gleichen Entgelte erhoben werden sollten. Schäfer machte noch reichlich Gesprächsbedarf aus und plädierte für weitere Diskussionen in den Ausschüssen.

Die bevorstehende Einweihung des Laager Stadt- und Vereinshauses (ehemals Speisegebäude) nahm die Verwaltung zum Anlass, eine für alle Einrichtungen der Stadt geltende Benutzungs- und Entgeltordnung zu erarbeiten. Bisher gibt es für jede einzelne Einrichtung eine gesonderte Benutzungs- und Entgeltordnung. Bei etwa gleichen Standards (Dorfgemeinschaftshäuser in Liessow und Weitendorf, Multifunktionshalle in Kritzkow und das neue Stadt- und Vereinshaus) sollen für private Nutzungen Einheimische 100 Euro, Auswärtige Nutzer 150 Euro zahlen. Für den Kulturraum in Jahmen erscheinen 30 Euro als angebracht. Diese Summe zahlt man auch jetzt schon in Jahmen. Sie gab den Anlass für den Rückzug der Bürgermeisterin. Der Beschlussvorlage hinzugefügt war eine Aufstellung zu Nutzung, Kosten und Einnahmen im vergangenen Jahr. Andreas Pieper (CDU-Fraktion) war aufgefallen, dass 2014 sieben private Veranstaltungen in Jahmen stattfanden. Die Einnahmen aber mit lediglich 96 Euro angegeben wurden. „Hier stimmt etwas nicht“, stellte Pieper fest, müssten doch bei 30 Euro pro Nutzung 210 Euro zusammenkommen. „Das müssen wir prüfen. Das geht so nicht“, erwiderte Bürgermeisterin Lochner-Borst und zog die Beschlussvorlage zurück und betonte, dass sie weiterhin zum Inhalt der vorgeschlagenen neuen Benutzungs- und Entgeltordnung stehe.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen