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Hoppenrade : Dorffest im Schatten der Windmühlen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeindevertretung Hoppenrade will sich am 15. Oktober zum geplanten Windkraft-Eignungsgebiet positionieren

von
erstellt am 29.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Wer Sonnabend das Dorffest in Hoppenrade besucht hat, wurde gleich am Dorfeingang auf die aktuelle Diskussion in der Gemeinde gestoßen. „Wir sagen Nein zu Windkraftanlagen. Vogelschutz liegt uns am Herzen“, steht da in großen Buchstaben auf einem Anhänger zu lesen. Wie zurzeit andere Gemeinden im Landkreis auch, wehrt sich eine Mehrheit der Hoppenrader gegen einen geplanten Windpark in Sichtweite des Dorfkerns (SVZ berichtete). „Eigentlich wollten wir uns verstärkt um die Dorfentwicklung kümmern, doch dann kam das Problem mit dem Windpark dazwischen“, sagt Maik Allendörfer, Gemeindevertreter und Vorsitzender des Kulturausschusses in Hoppenrade.

Rund 41 Hektar sollen als Eignungsgebiet für einen Windpark Hoppenrade/Schwiggerow festgelegt werden. „Aber dieses Eignungsgebiet ist nicht geeignet“, unterstreicht Udo Grüning, stellvertretender Bürgermeister und genauso wie Allendörfer Mitglied der Wählergemeinschaft SV Hoppenrade. Auf dem Gebiet befänden sich nicht nur ein Geotop und eine alte Gasleitung, sondern in der Nähe würden auch drei Fischadler leben. „Die könnten abwandern. Das wurde bisher nicht genug beachtet“, sagt Grüning und schiebt hinterher, dass er kein Gegner von Windkraftanlagen sei.

In einer kürzlich von Bürgermeisterin Birgit Kaspar anberaumten Diskussion, sprach sich eine Mehrheit der Hoppenrader gegen den Windpark aus. Eine Bürgerinitiative existiert bereits und Unterschriften wurden gesammelt. Auf der Gemeindevertretersitzung am 15. Oktober will sich die Gemeinde klar positionieren. „Wir werden uns nicht gegen den Willen der Bürger stellen“, sagt Grüning mit Blick auf diese Sitzung.

Trotz Windpark-Diskussion – ihre Stimmung lassen sich die Hoppenrader nicht verderben und so hatte der organisierende Kulturausschuss zum Dorffest viel auf die Beine gestellt. „Mit Hilfe von Sponsoren des SV Hoppenrade und vielen fleißigen Helfern“, betonte Allendörfer, denn die Gemeinde hat finanzielle Probleme, steht unter kommunaler Aufsicht und kann selbst zu den Dorffesten nichts mehr beisteuern. Das ganze Dorf war in die Festlichkeiten eingebunden. So stellte der Heimatverein, der gerade an einer Dorfchronik arbeitet, alte Fotos aus dem Dorfleben aus, die Feuerwehr sorgte für Kinderspiele und Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto und die Kita „Storchennest“ organisierte eine Bastelstraße. Der Sportverein Hoppenrade schließlich, der in der Gemeinde seit der vergangenen Wahl auch politisch eine gewichtige Rolle spielt, organisierte den Sportlerball. „Da hatte natürlich auch unsere Linedance-Gruppe wieder einen Auftritt“, freute sich Margitta Garloff, Vorsitzende des SV Hoppenrade und selbst begeisterte Linedancerin.

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