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Sanierung des ältesten Schulbaus in Mecklenburg : Domschule: bald wieder alter Charme

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An den Wänden fehlt der Putz. Im Eingangsbereich geht man auf Sand. Die Kälte kriecht durchs alte Gebälk. Die Sanierung der Domschule in Güstrow liegt im Plan, auch wenn nach außen nur wenig sichtbar wird.

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erstellt am 27.Feb.2013 | 10:07 Uhr

Güstrow | An den Wänden fehlt der Putz. Im Eingangsbereich geht man auf Sand. Die Kälte kriecht durchs alte Gebälk, wo Ausfachungen teilweise oder ganz kaputt sind. Hier und dort sind alte Steine aufgestapelt. "Die werden bei der Ausbesserung des Mauerwerks wieder verwendet", sagt Rolf Kistler vom städtischen Sanierungsträger Big-Städebau. Bei der im vergangenen Herbst begonnenen Sanierung der Domschule (Gebäude von 1579 und Erweiterungsbau von 1904) in Güstrow liegt man im Plan, auch wenn nach außen nur wenig sichtbar wird. Das ändert sich demnächst, kündigt Kistler an. Sowie es die Witterung zulässt erhält der Anbau ein neues Dach. Danach werden auch die Arbeiten an den Fassaden beginnen.

Rund 700 000 Euro seien bereits abgerechnet, Sanierungsarbeiten im Umfang von weiteren mehr als zwei Millionen Euro beauftragt, informiert Kistler und erklärt, dass mit sehr großem Aufwand die beiden Gebäude neu unterfangen wurden. Jede Außen- und Innenmauer habe sozusagen ein neues Fundament erhalten, um das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit - sichtbar bis hin zu den Ausblühungen an der Fassade - zu lösen. Im Erweiterungsbau habe die Schwammsanierung viel Geld gekostet. Als drittes nennt der Big-Mitarbeiter die Schadstoffbeseitigung im Dachbereich. Holzschutzmittel verpesteten die Luft. "Mit allen Unwägbarkeiten", die ein altes Gebäude immer bereit halte, sei man jetzt durch, denkt Kistler.

Bau eines neuen Eingangsbereiches

Noch in dieser Woche werde mit dem Bau eines neuen Eingangsbereiches (Treppenanlage und Fahrstuhl) mit viel Stahl und Glas zwischen dem Torbogen und dem jetzigen Eingang begonnen. Mauerwerk werde ausgebessert. Im alten Domschulteil bessern Zimmerleute das Fachwerk aus. Während im Anbau auf zwei Etagen künftig sechs Klassenräume und Sanitäranlagen zur Verfügung stehen werden, ist im historischen Gebäude u.a. Platz für einen lichtdurchfluteten großen Kunstraum, einen Computersaal, das Lehrerzimmer. Hier soll der Charme vergangener Tage wieder deutlich werden: sichtbares Fachwerk, Holzkassetten unter den Fenstern, die in der ersten Etage eine Fußbodenheizung notwendig machen, und ein alter Dielenfußboden. "Die geborgenen Dielen reichen allerdings nur für einen Raum", schränkt Kistler ein.

Die dritte Etage des alten Domschulgebäudes wird in absehbarer Zeit nicht genutzt. Hier werde als Grundlage für eine mögliche spätere Nutzung nur das Notwendigste vorbereitet. Auch die Dachböden, so informiert der Big-Mitarbeiter bleiben unberührt. Allein mit der Denkmalpflege sei abgestimmt, dass historische Bauteile, die jetzt keine Wiederverwendung finden, auf dem Boden gelagert werden und somit dem Haus , das im Sommer 2014 dann wieder zur Schule wird, erhalten bleiben.

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