Baustellenreport : Domschule auf der Zielgeraden

Petra  Langkau steht im künftigen Zeichensaal an einer Treppe, die ins zweite Obergeschoss führen wird. Sie wurde aufgearbeitet. Das zweite Obergeschoss bleibt erst einmal  ungenutzt.
Petra Langkau steht im künftigen Zeichensaal an einer Treppe, die ins zweite Obergeschoss führen wird. Sie wurde aufgearbeitet. Das zweite Obergeschoss bleibt erst einmal ungenutzt.

Reges Treiben auf der Sanierungsbaustelle / Übergabe an Mieter für Ende Juli geplant / Schulstart am 25. August

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10. März 2014, 04:00 Uhr

Das Erscheinungsbild des Lehrerzimmers bestimmt die Renaissance, das des Werkraumes daneben der Klassizismus. Für das Lehrerzimmer bedeutet dies, dass die Balken des Fachwerkes sichtbar bleiben und das für die Stilepoche so typische Ochsenblutrot einen Teil des Raumes prägen wird. Die Anzahl der vorhandenen Befunde gaben den Ausschlag für die Gestaltung der Räume, erklärt Petra Langkau vom Stadtentwicklungsamt. Die Sanierung der alten Domschule begibt sich auf die Zielgerade. Ende Juli soll der alten, neue Schulbau an den künftigen Mieter – der Landkreis Rostock als Träger des John-Brinckman-Gymnasiums – übergeben werden. Dann bleibt noch für die Ausstattung Zeit bevor das neue Schuljahr am 25. August beginnt. Vier Architekturstile hat die alte Domschule von 1579 durchlebt. Jede hat ihre Spuren hinterlassen.


Lehmputz im alten Schulhaus


Dass in dem historischen Gebäude viel, viel Stahl verbaut wurde, um ihm auch für die Zukunft Halt zu geben, wird nicht mehr zu sehen sein. Altes Fachwerk wird hier und dort sichtbar. Eine Wasserwaage sollte auch besser nicht angelegt werden. Besonders den künftigen Computerraum ziert eine durchaus bewegte Decke. Derzeit bestimmen noch die Rohrmatten das Bild. Im Flur aber sind die Bauarbeiter schon dabei den Lehmputz aufzubringen – so, wie es in alter Zeit geschah. Unterhalb der Fenster bekommt der Computerraum eine alte ,wieder aufgearbeitete Holzverkleidung zurück. Die alten Eisenfenster werden durch Holzfenster im Innern komplettiert. Aus dem großen Zeichensaal blickt der Schüler im Herbst dann wieder auf dem Dom und darf sich inspirieren lassen.

Der Anbau aus dem Jahr 1868 kommt schlichter daher. Sanitäranlagen auf beiden Etagen und zusammen sechs Klassenzimmer sind fast fertig. „Hier müssen nur noch die Maler und die Fußbodenleger rein“, sagt Langkau. Während am nördlichen Giebel eine offene Außentreppen entsteht, wirbeln die Bauarbeiter außerdem im Bereich des neuen Erschließungsbauwerkes aus Stahl und Glas. Die Fertigbetontreppen sind einbaut. „In den nächsten Tagen werden die Fensterelemente eingesetzt“, berichtet die Mitarbeiterin des Stadtentwicklungsamtes. Ein Loch befindet sich dort, wo später der Fahrstuhl seinen Platz bekommt. Der wird übrigens auf jeder Etage zweimal halten, denn die Fußböden beider Gebäude befinden sich auf verschiedenen Höhen, ein Problem, das ansonsten mit dem neuen Erschließungsbauwerk geschickt gelöst wird.

Ein Wechsel der Baufirma und erhebliche Probleme mit der Statik hatten die Sanierung im vergangenen Jahr ins Stocken gebracht. Ein Bauverzug von rund vier Montaten ist zum Teil aufgeholt. „Wir setzten jetzt alles daran, dass Ende Juli alles fertig ist“, betont Langkau und ist guter Dinge, dass es funktionieren wird. Auch die Kosten hatten sich dadurch von etwa 3,8 auf 4,4 Millionen Euro erhöht. Auch den Rahmen werde man einhalten. „Wir drehen jeden Cent dreimal um. Das wird hier kein Prunkbau, sondern eine Schule“, betont die Baubetreuerin.

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