SVZ-Serie „Chorgeflüster“ : Dom und Pfarrkirche gemeinsam

Die Güstrower Kantorei trat vor kurzem mit Passionsmusik im Dom auf, zusammen mit dem Collegium für Alte Musik Vorpommern.
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Die Güstrower Kantorei trat vor kurzem mit Passionsmusik im Dom auf, zusammen mit dem Collegium für Alte Musik Vorpommern.

SVZ-Serie „Chorgeflüster“: Chor der Güstrower Kantorei singt in Gottesdiensten und musiziert Werke der Kirchenmusik.

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22. April 2017, 05:00 Uhr

Den Chor der Kantorei in Güstrow, wie er jetzt besteht, gibt es seit 2003. Der Chor mit Männern und Frauen ging aus dem damaligen Domchor und dem Chor der Pfarrkirche hervor. Die Kantoren Martin und Angelika Ohse wollten damit die Kantorei-Arbeit in der Barlachstadt zusammenführen. „Das war eine gute Entscheidung“, sagt Martin Ohse heute. So konnte der Chor, der inzwischen etwa 90 Sänger vereint, schon so manches große Werk der evangelischen Kirchenmusik aufführen. Der Chor wird von manchem als profilierter Laienchor eingestuft.

„Zwei bis drei größere Aufführungen gibt es im Jahr“, freut sich Martin Ohse. Kürzlich wurde beispielsweise eine Passionsmusik mit alten Instrumenten musiziert. In den Jahren zuvor arbeiteten die Güstrower Sänger auch mit Chören der Demminer Kantorei oder auch der Rostocker Marienkantorei zusammen. Beispielsweise wurden hier große Oratorien wie „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn oder „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy musiziert.

Schon viele Jahre singt auch Helmut Gläser in der Güstrower Kantorei mit. In den 1960er-Jahren kam der heute 73-Jährige zum Domchor dazu. „Winfried Petersen war damals Kantor am Güstrower Dom“, erinnert er sich. Der Chor sei viel kleiner gewesen, aber mit Hilfe von Sängern aus Rostock habe man auch schon die „Johannes-Passion“ oder den „Messias“ aufgeführt. Auch beim Nachfolger Paul-Gerhard Schumann habe er gern im sonntäglichen Gottesdienst mitgesungen.

Katharina Reinke ist seit mehr als acht Jahren Chorsängerin der Kantorei. „Ich singe seit meiner Kindheit immer gern“, sagt sie. Auch in anderen Chören sang sie gern mit. Bis heute gehört schöne Chorliteratur wie „Messias“ von Händel zu ihrem Leben dazu. Auch Yvette Kulling singt in der Kantorei seitdem sie zusammengeführt wurde. „Chorsingen gehört bei mir dazu. Während des Studiums in Berlin und natürlich dann auch in Güstrow“, sagt sie. Zuerst im Singkreis von Wolfgang Leppin, stieg sie dann auch in die Kantorei mit ein. „Das macht viel Spaß“, betont sie.

Martin Ohse war und ist es wichtig, die Chorsänger zu fordern. Das „vom Blatt singen“ ist nur ein Aspekt seines Anspruchs. Andererseits gibt es keine Aufnahmeprüfung. „Der Chor ist offen für jeden, der gern singt“, sagt der Kantor. Er freue sich jedoch, wenn auch immer wieder junge Leute den Weg in den Chor finden. Als großen Vorteil empfindet er es, dass Angelika Ohse die Korrepetition übernimmt. „Sie weiß, worauf es ankommt“, betont er. Alle vier Jahre nehmen die Sänger an großen Chorfesten teil und alljährlich gibt es ein Proben-Wochenende, das auch die Gemeinschaft der Männer und Frauen untereinander stärkt. Dies geschieht auch bei der alljährlichen Hausmusik im November. Hier sind auch die Mitglieder des Chores eingeladen, einen bunten Strauß von Melodien und Gesang beizutragen.

Wichtig ist dem Kantor, dass der Chor in verschiedenen Gottesdiensten zu den großen Festen im Kirchenjahr in der Barlachstadt singt. Daneben wird auf den nächsten Höhepunkt hingearbeitet. Am 24. Juni wird die Güstrower Kantorei mit Solisten und dem „Collegium für Alte Musik Vorpommern“ die beiden großen Reformationskantaten von Bach musizieren. Im Jubiläumsjahr der Reformation ist dieses Vorhaben sehr passend.

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