„Min Lütt Dörp“ : Dörfchen mit kurzer Geschichte

Sich schaffen sich ein Wochenenddomizil in Hohen Tutow: Damaris Schuller mit den Kindern Friedrich, Lolita und Karla. Fotos: REgina Mai
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Sich schaffen sich ein Wochenenddomizil in Hohen Tutow: Damaris Schuller mit den Kindern Friedrich, Lolita und Karla. Fotos: REgina Mai

SVZ-Serie „Min lütt Dörp“: Hohen Tutow versteckt sich in den Feldern und gehört zur Gemeinde Reimershagen

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18. April 2015, 06:00 Uhr

Zwischen Oldenstorf und Suckwitz weist ein Schild auf den Ort Hohen Tutow hin. Der Weg schlängelt sich gesäumt von zum Teil mächtigen Eichen dahin, bis rechter Hand die ersten Häuser auftauchen. Und ehe man sich versieht endet das Dörfchen auch schon wieder. Zwei Häuser am Anfang des Dorfes – eines davon sieht nach Baustelle aus – und zwei weitere große Bauernhäuser– das war’s.

Seit 1984 sind die Schullers in Hohen Tutow. Zunächst habe man hier die Wochenenden und sonstige freie Zeit verbracht. 1994 habe man das Haus dann umgebaut und sei ganz eingezogen, berichtet Gisela Schuller. „Es ist unsere Heimat. Hier fühlen wir uns wohl“, sagt die 61-Jährige. Sie komme aus Oldenstorf und ihr Mann aus Suckwitz. „Hier kann man wunderbar abschalten, nach der Arbeit die Beine hoch legen und an nichts mehr denken“, formuliert die Krankenschwester. Man habe einen See zum Baden und sei mit einer schönen Natur gesegnet. Sicher, so schränkt Gisela Schuller ein, sei die Straße manchmal nicht so gut in Ordnung. „Aber die Traktoren müssen auf die Felder und dabei hinterlassen sie auch mal ihre Spuren“, äußert sich Gisela Schuller verständnisvoll. Ansonsten blieben aus ihrer Sicht keine Wünsche offen. „Strom ist da, Telefon funktioniert – das war nicht immer so – und eine Straßenbeleuchtung brauchen wir nicht“, sagt sie und freut sich, dass Sohn Falk Schuller, der vom Vater die Leitung des Baubetriebes übernommen hat, das Nachbarhaus für seine Familie herrichtet.


„Hier ist die Natur mein Wohnzimmer“


„Erst einmal sehen wir es als Wochenend- und Ferienhaus“, betont Damaris Schuller (37). Manches sei noch ein bisschen provisorisch. Gerade habe man begonnen das Grundstück zu gestalten. Aber man wolle erst einmal beobachten, sich alle Jahreszeiten anschauen, um dann zu entscheiden, was wo am besten passt. „Wir wohnen in Güstrow und das ist völlig in Ordnung“, sagt Damaris Schuller. Aber es gebe auch den Wunsch aufs Land zu ziehen. Der Wunsch nach Ruhe sei ein gewichtiges Argument in dem Zusammenhang. „Hier ist die Natur mein Wohnzimmer“, versucht die 37-Jährige zu erklären. Ihr Mann Falk Schuller sei Jäger und in Hohen Tutow natürlich auch näher an seinem Hobby.

Die Geschichte der kleinen Ansiedlung ist übrigens schnell erzählt und findet sich in einer Chronik von Suckwitz. Die Gutsherrschaft Suckwitz war 1926 bankrott. Die Mecklenburgische Siedlungsgenossenschaft Rostock teilte zwischen 1926 und 1931 die Ländereien des Rittergutes Suckwitz an zunächst 26 deutsche Rückwanderer aus Russland auf. Sie erhielten je 15 bis 16 Hektar Land sowie das notwendigste Inventar, Wohnhaus und Scheune. In Hohen Tutow sollen es Wolga-Deutsche gewesen sein.

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