zur Navigation springen

Protest fruchtet : Doch wieder Hoffnung für das Jugendhaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt bemüht sich um eine Öffnung mit neuem freien Träger bis 30. Juni und sucht nach einem Alternativ-Standort

Leonie Rügsegger ist unendlich traurig, dass sie vielleicht ihre liebsten Freunde verliert. „Ich tanze in der Gruppe des IB-Jugendhauses. Wenn es die jetzt nicht mehr geben wird, weil das Haus zu ist, sehe ich meine Freunde nicht wieder. Auch darüber, dass Martina (Martina Baumann war bis Ende Dezember, bis zum Aus, die Jugendsozialarbeiterin im Jugendhaus – die Red.) nicht mehr da ist, die ich geliebt habe, bin ich unglücklich.“ Die Neunjährige erzählte das gestern Nachmittag mit Tränen in den Augen vor dem Jugendhaus. Dort trafen sich Eltern sowie Kinder und Jugendliche, um zum wiederholten Mal ihren Unmut und ihre Kritik zur Schließung des Hauses öffentlich zu machen (SVZ berichtete). Danach zogen sie zur Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schule, Kultur und Sport der Stadtvertretung. Vor allem ärgern sie sich darüber, dass nach dem hoffnungsvollen Beschluss der Stadtvertretung, das Haus bis Ende Juni offen zu lassen und bis dahin einen neuen Treff in der Nordstadt zu finden, es trotzdem zum Jahresende dicht gemacht wurde und keiner mit den Kindern und Jugendlichen gesprochen hat. „Wir sind sehr enttäuscht und fühlen uns belogen und betrogen, vor allem vom IB“, sagte Angelika Zabke.

Vanessa Bade beklagte, dass für die Tanzgruppe, die es seit zehn Jahren gibt, bisher keine Probezeiten gefunden wurden. „Die, die uns in der Sporthalle Kessiner angeboten wurden, sind für unsere kleinen Mitglieder zu spät“, sagte sie. Auch für die Breakdancer und die Band, die regelmäßige Übungszeiten haben müssen, gibt es noch keine Räume.

Nicole Zimmermann, eine Mutter, brachte es gestern vor dem Ausschuss, der den Jugendlichen gestattete, ihre Meinung zu äußern, auf den Punkt: „Es muss einer das Haus übernehmen, egal wer. Aber es muss erst einmal weiter gehen, entweder in der Rostocker Straße oder in einem neuen Treff.“ Es könne doch nicht Sinn und Zweck sein, dass nach diesem öffentlichen Kampf, auch mit dem SVZ-Stammtisch, der Treff ganz vor dem Aus stehe, so die engagierte Mutter.

Das meinte auch Stadt-Amtsleiterin Gisela Karmann. Sie erklärte, dass es Gespräche geben werde, nach denen das Jugendhaus in der Rostocker bis 30. Juni wieder öffnen und somit weiter geführt werde. „Das wird mit einem neuen freien Träger geschehen“, so Karmann. Dafür stehe der Filmklub bereit. Das bestätigte auf Nachfrage Jens-Hagen Schwadt, der Klubvorsitzende. Gisela Karmann erklärte weiter, dass es am 23. Januar in der Förderschule einen Treff geben werde, um ein Alternativangebot zu erörtern.

Bleibt aber die Frage bei den Kindern und Jugendlichen: Warum wurde das nicht bis 31. Dezember so geklärt?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen