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Freizeitbad Güstrow : Doch eine Rutsche für die „Oase“?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertreter lehnen neues Konzept zur Zukunft des angeschlagenen Freizeitbades ab. Kinder und Jugendliche seien zu wenig beachtet.

von
erstellt am 19.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Eine Entscheidung zur Zukunft des finanziell und baulich angeschlagenen Freizeitbades „Oase“ in Güstrow lässt weiter auf sich warten. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Barlachstadt lehnten jetzt das auf der jüngsten Stadtvertretersitzung vorgestellte Zukunftskonzept zur Neuausrichtung der „Oase“ (SVZ berichtete) mehrheitlich in der vorliegenden Form ab und forderten stattdessen wesentliche Ergänzungen und Nachbesserungen. Vor allem die Zielgruppe Kinder und Jugendliche sei in dem Konzept zu wenig beachtet. Dabei brachten CDU und SPD auch wieder eine Rutsche ins Gespräch. Die Verantwortlichen der „Oase“ müssen jetzt nachbessern. Das Konzept kann somit noch nicht wie geplant auf der nächsten Stadtvertretersitzung am 29. Oktober beschlossen werden.

Mehr für Kinder und Jugendliche tun

Laut einem Änderungsantrag von Uwe Heinze (SPD), dem sich die CDU anschloss, sollen jetzt noch folgende Punkte eingearbeitet und mit Kosten unterlegt werden: zunächst ein Mitarbeiterentwicklungskonzept, weitere Maßnahmen zur Gewinnsteigerung der „Oase“ sowie ein Marketingplan, um den Ruf des Bades zu verbessern. Ebenso sehen die Stadtvertreter die Barrierefreiheit nicht ausreichend genug beachtet. Auch solle die Entwicklung des Außenbereichs ohne Schwimmbecken untersucht werden. Und schließlich die Zielgruppe Kinder und Jugendliche. „Für sie muss mehr getan werden, z. B. mit einer Rutsche“, sagte Andreas Ohm (CDU). Er könne das Zukunftskonzept ohne Ergänzungen nicht akzeptieren. Die für das Konzept verantwortliche GLC Glücksburg Consulting hatte eine Rutsche als viel zu teuer und als „Energiefresser“ abgelehnt.

Uwe Heinze erinnerte daran, dass die Stadtvertretung Anfang des Jahres einen Masterplan für die „Oase“ gefordert habe. „Das Zukunftskonzept ist aber kein Masterplan, sondern nur ein Teil davon. Es fehlen noch wesentliche Dinge. So vor allem ein Aufgabenkatalog was im einzelnen zu machen ist und was es kostet“, sagte er. Gerd-Peter Bartsch (CDU) unterstrich, dass es an einer Attraktivitätssteigerung für Jugendliche mangele. Ohne Rutsche oder etwas ähnlichem sei diese Attraktivität nicht gegeben. Und Andreas Ohm forderte daraufhin, die Kosten für eine Rutsche und andere Dinge für Jugendliche noch einzuarbeiten. Sämtliche mit Kosten unterlegte Ergänzungen sollen jetzt bis zur Hauptausschusssitzung am 29. November vorgelegt werden. Ob das Konzept dann noch in diesem Jahr beschlossen werden kann ist fraglich.

Jens-Hagen Schwadt, Stadtvertreter der Linken und gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Güstrower Stadtwerke, zu denen die „Oase“ gehört, konnte die Diskussion von CDU und SPD und die beschlossenen Ergänzungen nicht nachvollziehen. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der „Oase“ hätten für das Zukunftskonzept gestimmt und man solle diesen Gremien ruhig vertrauen. „Wir müssen endlich vorwärts kommen. Die Ergänzungen sind kein Hindernis, um das Konzept jetzt zu beschließen.“ Doch er konnte sich nicht durchsetzen.

Mix aus Sanierung und Attraktivierung

Einig waren sich die Hauptausschussmitglieder bei dem im Zukunftskonzept geforderten Mix aus Sanierung und Attraktivierung. Dem stimmten auch CDU und SPD zu, nur mit dem Wie gehen sie nicht konform. Prof. Martin Weigel von der GLC Glücksburg Consulting AG hatte auf der jüngsten Stadtvertretersitzung die Situation der „Oase“ drastisch geschildert. Es seien erhebliche Investitionen zur baulichen und technischen Sanierung sowie einer gleichzeitigen Aufwertung und attraktiveren Gestaltung des Bades notwendig. Weigel geht von mindestens fünf Millionen Euro aus. Für die technische Sanierung muss das Bad im kommenden Jahr für sechs Monate geschlossen werden. Währenddessen solle die „Oase“ auch attraktiver gestaltet werden, so Weigel. Hauptforderung des Gutachters ist ein verbessertes Sauna-, Wellnes- und Gastronomieangebot. Überhaupt solle der Fokus auf den Wellness-Bereich gelegt werden.

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