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Kreistag wählte Stellvertreter des Rostocker Landrates : Doberaner Duo an der Kreisspitze

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An der Spitze des Landkreises Rostock stehen zwei Doberaner: Landrat Thomas Leuchert (SPD) und sein 1. Stellvertreter Wolfgang Kraatz (SPD). Für diese mittlere Überraschung sorgte gestern Nachmittag der Kreistag.

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erstellt am 23.Nov.2011 | 08:51 Uhr

Güstrow | An der Spitze des Landkreises Rostock stehen zwei Doberaner: Landrat Thomas Leuchert (SPD) und sein 1. Stellvertreter Wolfgang Kraatz (SPD). Für diese mittlere Überraschung sorgte gestern Nachmittag der Kreistag. Zur Wahl angetreten waren neben Wolfgang Kraatz (zuvor 1. Stellvertreter des Landrates Bas Doberan), Güstrows Ex-Landrat Lutz da Cunha (SPD) und sein bis zur Kreisgebietsreform 1. Stellvertreter Rainer Boldt (SPD). Nach dem ersten Wahlgang zog da Cunha überraschend seine Kandidatur zurück und verzichtete gleichzeitig auch darauf 2. Stellvertreter zu werden. Zu wenig Stimmer hatte er im ersten Wahlgang auf sich vereinen können.

In der von der SPD-Fraktion beantragten geheimen Wahl hatte da Cunha 14 Stimmen erhalten, 25 entfielen auf Kraatz und 22 auf Boldt. Gewählt war damit keiner der drei Kandidaten, da eine absolute Mehrheit von 35 Stimmen für die Wahl notwendig war. Die Wahl da Cunhas (55) zum 1. Stellvertreter hatte allgemein als sicher gegolten, hatte der Güstrower Ex-Landrat im Frühjahr innerhalb der SPD doch auf eine Kampfabstimmung gegen seinen Mitgenossen Leuchert um den Landratskandidaten der Sozialdemokraten verzichtet. Folglich erschien es abgemachte Sache zu sein, dass er der Stellvertreter wird. Es kam anders. Diesen Posten nimmt nun Kraatz (57) ein. Er hatte im zweiten Wahlgang mit 33 Stimmen (Boldt 27) die absolute Mehrheit noch einmal verfehlt, diese aber im dritten Wahlgang, wo eine einfache Mehrheit gereicht hätte, erreicht (Kraatz 35 Stimmen, Boldt 24). Weit weniger aufregend folgte die Wahl des 2. Stellvertreters des Landrates. Boldt wurde öffentlich und einstimmig in diese Position gewählt.

Dr. Wolfgang Kraatz wohnt in Kühlungsborn, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er studierte Maschinenbau und promovierte 1985. In den 1980er-Jahren habe er als Ingenieur auf der Warnowwerft und als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Akademie der Wissenschaften der DDR gearbeitet, berichtete Kraatz in seiner kurzen Vorstellung vor dem Kreistag. Seit 1994 arbeitete er in der Kreisverwaltung Bad Doberan, war dort zunächst 2. Stellvertreter des Landrates und seit 2010 1. Stellvertreter. "Ich will mein Wissen und Können einbringen, um den Landkreis Rostock so erfolgreich zu gestalten, wie uns das mit dem Landkreis Bad Doberan gelungen war", versprach er.

Dr. Rainer Boldt kommt aus Jürgenshagen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Als Quereinsteiger kam er 1992 in die Verwaltung und war in Güstrow seit 2001 Stellvertreter des Landrates. Er wolle auch im neuen großen Landkreis für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den Gemeinden, Vereinen, Verbänden, den Bürgern insgesamt stehen.

Zuvor stimmten die Kreistagsmitglieder der vom Landrat vorgeschlagenen "Übertragung amtsangemessener Aufgabenbereiche auf die Beigeordneten" zu. Hintergrund: Das Landkreisneuordnungsgesetz schreibt vor, dass kommunale Wahlbeamte, die nicht zum Landrat des neuen Kreises gewählt wurden, bis zum Ablauf ihrer Amtszeit als Beigeordnete tätig sind. Danach soll Rainer Boldt (Amtszeit bis 31. Januar 2016) die Entgeltverhandlungen, die Ämter für Personal und Organisation, für Service und Gebäudemanagement, für Finanzen und Controlling sowie das Sozialamt, das Jugendamt und das Jobcenter unterstehen. In den Bereich von Lutz da Cunha (Amtszeit bis 31. Juli 2015) fallen das Kreisordnungsamt, das Veterinär und Lebensmittelüberwachungsamt, das Schulverwaltungs- und Kulturamt, das Gesundheitsamt und der Eigenbetrieb Rettungsdienst. In die Zuständigkeit von Wolfgang Kraatz (Amtszeit bis 30. November 2017) fallen die Ämter für Kreisentwicklung sowie für Straßenbau und Verkehr. Das Kataster- und Vermessungsamt, das Bauamt, das Umweltamt und der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Damit, so räumte Landrat Thomas Leuchert auf der Sitzung des Kreisausschusses ein, sei "nicht jeder zufrieden". Leuchert sprach aber von guten Erfahrungen damit, dass ein Sozialdezernent nicht nur seine Ausgaben, sondern gleichzeitig die Einnahmen eines Landkreises im Blick habe.

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