Premiere : „Dinner in Weiß“ in Wardow

Die ersten Tische waren unmittelbar vor dem Gutshaus aufgebaut. Fotos: hans-jürgen kowalzik (6)
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Die ersten Tische waren unmittelbar vor dem Gutshaus aufgebaut. Fotos: hans-jürgen kowalzik (6)

Was die Franzosen können, das kann Jutta von Kuik schon lange. Sie setzte am Sonnabend im Gutshaus Wardow ihre Idee eines „Dinners in Weiß“ das erste Mal um. 1988 waren die Franzosen die Ersten, die auf diese Weise Lebensart zelebrierten.

svz.de von
28. Juli 2014, 06:00 Uhr

Viele Deutsche beneiden die Franzosen wegen ihrer Lebensart. Es ist unumstritten, dass sie in besonderer Weise genießen, entspannen und sich erholen können. Es ist auch Art der Franzosen, sich dazu etwas auszudenken, wie man das toppen kann. Das „Dinner in Weiß“ – „Dîner en blanc“ – gehört dazu. Im Juni 1988 soll ein gewisser Francois Pasquier seine überfüllte private Gartenparty spontan in den nahen Bois de Boulogne verlegt haben. Das entwickelte sich zum „Dinner in Weiß“.

Seit Sonnabendabend gibt es das auch in unserer Region, nicht nur in Berlin, Hamburg und anderswo. Jutta von Kuik und ihre Familie luden in ihr Gutshaus bzw. in ihren weitläufigen Park in Wardow zum „Dinner in Weiß“ ein. Warum? Sie habe mal was anderes initiieren wollen als nur den Kampf gegen Hähnchenmast, begann sie launig zu erklären. Zuerst sei jedoch die Idee eines Sommernachtstraums im Park da gewesen. Dann entwickelte sich der Dinner-Gedanke – mit weniger Aufwand. Jutta von Kuik: „Die Leute wissen, dass sie in Weiß erscheinen und Essen mitbringen müssen. Also haben wir Flyer produziert und es bekannt gemacht, in Tourismusbüros, in Bio-Läden „Ländlich fein“, der Mittsommerremise.“ Freunde wie Kerstin Lücke und Christian Schmidt-Kalwa vom Kranichhof Neu Kätwin erhielten eine persönliche Mail. Und spaßig fügte sie hinzu: „Außerdem entspricht es ja dem Naturell des Mecklenburgers, sich sein Essen mitzubringen.“

Und es klappte. Die Gäste kamen: in Weiß und mit dem obligatorischen Picknick-Korb. Um zusammen und gesellig zu sein und um gut zu essen sowie Kontakte zu knüpfen. Alles verlief ohne Zwang, keine Anmeldung, keine Abmeldung, nur da und zufrieden sein musste man.

Die Freundinnen Rita Graf und Eva Hübner aus Güstrow hatten in der SVZ vom „Dinner in Weiß“ gelesen und machten sich nach Wardow auf den Weg. Im Korb hatten sie Pflaumenkuchen.

Die Familie Fornalik aus Güstrow nutzte das Dinner zu einer Geburtstagsfeier: Mike Fornalik und Astrid Fornalik sind am 23. und 25. Juli geboren und entdeckten bei der Mittsommerremise im Schloss Rossewitz den Flyer. Astrid Fornalik resümierte schon kurz nach der Ankunft: „Es war die richtige Entscheidung.“ Auch deshalb, weil der Tisch genauso reich gedeckt war wie zu Hause. Aber in Wardow an diesem Abend bei diesem Dinner doch besonders.

Susanne Fülle aus Rostock und ihre Tochter Johanna aus Berlin hatten den Termin im Internet aufgestöbert. In ihrem Korb waren Couscous, Griesbrei und Obstsalat.

Gastgeberin Jutta von Kuikwar mit der Premiere zufrieden und ist sich sicher, dass „Dinner in Weiß“ in Wardow keine Eintagsfliege bleiben wird.

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