Güstrow : Digital überwacht beim Streuen

Bei dieser Wetterlage muss Mitarbeiter Georg Theuermeister sein Streufahrzeug mit viel Sand beladen.  Fotos: Armin Kung
1 von 3
Bei dieser Wetterlage muss Mitarbeiter Georg Theuermeister sein Streufahrzeug mit viel Sand beladen. Fotos: Armin Kung

Winterdienst: Der Baubetriebshof Güstrow sichert sich mit digitaler Technik gegen Schadensersatzklagen und juristische Forderungen ab.

von
28. Februar 2018, 05:00 Uhr

Auf winterlichen Wegen kann es ganz schnell gehen. Ein Mensch rutscht aus und verletzt sich. Danach ist ein Rechtsstreit nicht weit. Wer ist dann Schuld an dem Unfall? Die Geschädigten selbst? Wenn sich der Unfall auf einem öffentlichen Gehweg zutrug, ist der Baubetriebshof Güstrow zuständig. Die Mitarbeiter sind verpflichtet, öffentliche Wege, wie etwa vor Schulen, dem Rathaus oder Bushaltestellen vom Schnee zu befreien. Beim Baubetriebshof melden sich im Winter regelmäßig Krankenversicherungen und wollen wissen, wann und wo Schnee geräumt und ob Sand gestreut wurde. „Solche Forderungen nach Schadensersatz können sich auf bis zu 30 000 Euro belaufen“, sagt Hans-Peter Schröder, Leiter des Baubetriebshof Güstrow.

Er ist Ansprechpartner bei solchen Anfrage, wie etwa von der Barmer. Bricht sich einer der Versicherten der Kasse auf glatten Wegen das Bein, bezahlt die Versicherung die Krankenhauskosten. Nach der Behandlung müssen die Versicherten einen Unfallfragebogen ausfüllen, denn die Kassen wollen wissen, ob sie für die Unfallkosten selbst aufkommen müssen oder an die Stadt weiterreichen können. „Sobald bei solch einem Unfall ein mögliches Fremdverschulden vorliegt, prüfen wir das und fragen an, ob an dem Tag und Ort der Streu- und Räumungspflicht nachgekommen wurde“, sagt Bernd Schulte, Sprecher der Barmer-Landesvertretung.

Auf diese Anfragen ist Schröder vom Baubetriebshof vorbereitet. Exakt dokumentiert liegen die notwendigen Daten bei ihm vor. Nicht auf Papier, sondern digital. „Wir speichern unsere Aktivitäten elektronisch, um uns so abzusichern“, sagt Schröder. Die Daten sammeln sieben digital aufgerüstete Einsatzfahrzeuge. Mitarbeiter Georg Theuermeister sitzt in einem dieser Wagen und zeigt wie das System funktioniert. Sobald er einen schwarzen Schalter umlegt, fliegt nicht nur Sand aus dem Heck, auch eine Kamera springt an. Diese zeichnet Videos aller Streuvorgänge auf. Auch die Aktivität der Bürste an der Front wird elektronisch gespeichert. Theuermeister kann die Bilder live im Wagen auf einem Bildschirm verfolgen. Die Räumfahrzeuge sind außerdem mit einem GPS-System ausgestattet. Die Daten werden aber nicht manuell an den Bauhof übertragen, sondern per Digitalfunk. So werden Informationen über Ort, Zeit und Aktivität der Fahrzeuge direkt an einen Server in der Zentrale gesendet. Dort landen sie bei Mitarbeiter Peter Voß. In seinem Programm kann er die täglichen Fahrrouten auf einer auf einer Karte einsehen. Die Routen und Aktivitäten der Streufahrzeuge werden bis zu drei Jahre gespeichert. Eine wasserdichte, rechtliche Absicherung für den Bauhof.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen