zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

29. Mai 2017 | 04:08 Uhr

Diekhof : Diekhof stößt Wohnblöcke ab

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeindevertretung beschließt den Verkauf von zwei Wohnblöcken. Die Kreditlast bleibt bei der Gemeinde.

Die Gemeinde Diekhof entledigt sich eines großen Problems, gelöst ist es damit noch nicht. Zwei große Wohnblöcke mit je 24 Wohnungen, so beschlossen es die Gemeindevertreter Anfang der Woche, werden verkauft. 400 000 Euro streicht die Gemeinde dafür ein. Die Summe wird ausschließlich zur Reduzierung der Schulden – neben Altschulden aus DDR-Zeiten Kredite zur Sanierung der Wohnblöcke in den 1990er-Jahren – eingesetzt.

Irgendwie falle ihm schon ein Stein vom Herzen, so Bürgermeister Rolf Matschinsky. Die Gemeinde werde mit dem Verkauf eine Last, aber auch Einnahmen los. Die verbleibenden Kredite müssten weiterhin von der Gemeinde bedient werden. Die hohe Kreditlast sowie Wohnungsleerstand – derzeit 16 Wohnungen – und daraus resultierende zu geringe Mieteinnahmen, um daraus Zins und Tilgung bedienen zu können, hatte die Gemeinde schon vor Jahren in finanzielle Not gebracht.

Diekhof wirtschaftet seit Jahren unter strenger Obhut der Kommunalaufsicht des Landkreises und arbeitet an einer Fusion mit der Stadt Laage. Der Zusammenschluss könnte vom Land mit einer Entschuldung der Gemeinde belohnt werden. Der Verkauf sei die richtige Entscheidung, betont Matschinsky. Die Karl-Havermann-Straße werde sich verändern. Der künftige Eigentümer habe Sanierungen angekündigt.

Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Sellin hatte im vergangenen Jahre bereits zwei Wohnblöcke in Diekhof von Privat übernommen und danach auch Interesse an den beiden gemeindeeigenen Blöcken bekundet. „Wir sind ein reiner Wohnungsvermieter“, sagt Herbert Hillebrand und fügt hinzu, dass man stets auf der Suche nach Objekten sei, die in der Regel erst einmal einer gewaltigen Sanierung bedürfen. „Wir kochen auch nur mit Wasser. Es ist uns aber bisher gut gelungen, die Objekte auch zu vermieten“, betont der Beiratsvorsitzende der Gesellschaft. Das sei in Diekhof nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Die beiden Blöcke, die der Gesellschaft bereits gehören, seien inzwischen vollständig vermietet. Hillebrand hofft, die beiden Blöcke in das Sanierungsprogramm 2018 zu bekommen, um dann eine komplette Vermietung 2018/19 zu erreichen.

Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Sellin wurde 2006 auf der Insel Rügen gegründet und ist außerhalb der Insel heute auch in Neumünster, Grimmen, Eggesin und Wittenberg tätig.

Gelöst ist das Diekhofer Wohnungsproblem damit nur zum Teil. Die Gemeinde verfügt noch über einen Block in Pölitz mit sehr hohem Renovierungsbedarf, wie der Bürgermeister betont. Hier stehen 14 von 24 Wohnungen leer.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen