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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 22:38 Uhr

Finanzmisere : Diekhof fehlen die Alternativen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Keine Besserung der Finanzlage in der Gemeinde in Sicht / Dennoch Prioritätenliste notwendiger Investitionen aufgestellt

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Es darf vermutet werden, dass sich die Bürger in der Gemeinde Diekhof langsam an den Gedanken gewöhnen, dass sie irgendwann nicht mehr in einer eigenständigen Gemeinde leben werden. Indizien dafür bot die jüngste Sitzung der Gemeindevertretung: Kein einziger Bürger wollte dieser öffentlichen Sitzung beiwohnen und es gibt Probleme die Ausschüsse mit sachkundigen Bürgern zu besetzen. Angesichts dessen warf Gemeindevertreter Dirk Stüdemann wieder die Frage nach der Zukunft der Gemeinde auf. Fazit der Diskussion: durchhalten solange es geht und dann mit einer Nachbargemeinde fusionieren. Zu Laage gebe es dabei kaum eine Alternative.

Die Frage nach diesbezüglichen Aktivitäten musste Bürgermeister Rolf Matschinsky verneinen. Es habe keine Kontakte zum Innenministerium gegeben. Es gebe keine neuen Ideen aus der Finanzmisere herauszukommen. Trotz Konsolidierungskonzept sei keine Konsolidierung der Gemeindefinanzen in Sicht, betonte Jürgen Bahr. „Sparen hilft nicht mehr“, fügt der stellvertretende Bürgermeister hinzu. „Es ist auch kein Tafelsilber mehr da, das verscherbelt werden könnte“, stellt Bürgermeister Matschinsky fest. „Dann müssen wir mit dem Innenministerium über eine Entschuldung reden“, verlangt Stüdemann und kennt doch das Beispiel Langhagen/Lalendorf. Eine Entschuldung fand statt. Langhagen musste seine Eigenständigkeit dafür aufgeben. Für Matschinsky ist das auch für Diekhof nur eine Frage der Zeit: „Wir können erstarrt weiter existieren oder einen Schlussstrich ziehen.“ Das Problem aus seiner Sicht: Die Gemeinde hat kaum Einnahmen. Steuern könnten nicht ins Unendliche getrieben werden. „Vielleicht noch zwei Jahre“, meint Matschinsky. Bis zum Ende der Legislaturperiode werden man es sicher nicht mehr schaffen.

Auch für den Fall der Fusion mit einer Nachbarkommune fehle es an echten Alternativen. „Bleibt nur Laage“, stellt Matschinsky fest und fügt hinzu: „Auch wenn es uns nicht gefällt.“ Wenn die Gemeindevertretung sich vor dieser Entscheidung sehe, werde es als erstes eine Einwohnerversammlung geben, kündigt Matschinsky an.

Aus Laage gibt es zum Thema nichts Neues, wie Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst gestern auf Nachfrage betonte. Stand der Dinge sei, dass Laage einer Fusion nur zustimmen könne, wenn keine Schulden aus Diekhof mit übernommen werden müssten, es also wie im Falle Langhagen/Lalendorf zuvor eine Entschuldung durch das Land geben würde.

Ungeachtet dessen einigten sich die Diekhofer Gemeindevertreter jetzt auf eine Prioritätenliste notwendiger Investitionen. An erster Stelle steht eine Reparatur des Vorplatzes der Feuerwehr. Hier zerbröselt der Beton. In Auflösung befinden sich auch die Stichstraßen des Waldweges. Als drittes nennt Matschinsky die Straßenbeleuchtung aus DDR-Zeiten. Alles in allem käme ein Investitionsbedarf von rund 1,2 Millionen Euro zusammen. Illusorisch für Diekhof. Dennoch wolle man versuchen, wenigsten den Feuerwehr-Vorplatz im nächsten Jahr zu sanieren, so Matschinsky.

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