Naturpark : Die Warnow als Markenzeichen

Der „Naturpark Sternberger Seenland“ in seinen Ausmaßen.
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Der „Naturpark Sternberger Seenland“ in seinen Ausmaßen.

Einmalige Landschaft im Verbund mit sanftem Tourismus sind die Werbeträger schlechthin für die Region im Herzen Mecklenburgs

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11. Juni 2015, 06:00 Uhr

Mit einem Festkolloquium im Wariner Naturparkzentrum samt Exkursion ins Radebachtal wird heute das zehnjährige Bestehen des Naturparks Sternberger Seenland begangen. Dabei ist der eigentliche Gründungstag der 1. Januar 2005. „Doch da ist es zu kalt, um zu feiern“, bemerkt der stellvertretende Naturparkleiter Jan Lippke.

Bei der Namensfindung vor einem Jahrzehnt stand übrigens neben dem jetzigen auch „Mittleres Warnowtal“ zur Debatte. „Das hätte ich auch nicht schlecht gefunden“, so Lippke, „aber die Entscheidung oblag der Politik“. Und da geht es zumeist, wie wir wissen, nicht allzu kreativ zu. So durften die Bürger zwischen Brüel und Boizenburg bei der Großkreisbildung über LaPaLu (Landkreis Parchim-Ludwigslust) oder LaLuPa abstimmen.

Was den Naturpark betrifft, so wird „Sternberger Seenland“ immer wieder mal mit „Sternberger Seenlandschaft“ (so heißt eines der Ämter) verwechselt. Was die Naturpark-Grenzen betrifft, so entstanden diese am Reißbrett. „Es sollte der Barniner See mit drin sein. Aber das ging nicht, bei einer Naturparkgründung müssen mindestens über 50 Prozent des Territoriums schon bestehende Schutzgebiete sein“, betont Naturparkleiter Volker Brandt.


Positive Bilanz nach zehn Jahren


Das Sternberger Seenland, hebt Lippke hervor, „ist von unten gewachsen und nicht von oben verordnet worden!“. Die Initiative zur Gründung ging vom hiesigen Landschaftspflegeverband aus, in dem Gemeinden, Naturschützer, Landwirte und Förster vertreten sind. Dies sorgte für eine größere Akzeptanz und die Überzeugung, so auch das touristische Potenzial besser zu nutzen. So konstatiert denn auch Lippke: „Der Naturpark ist anerkannt und verwurzelt, hat kaum mit Gegenwind zu kämpfen. Dies beweist: Das meiste haben wir richtig gemacht“. Dazu trägt auch bei, dass Brandt, Lippke & Co. nicht nur „ihr Ding“ sehen, sondern etwa auf freiwillige Vereinbarungen mit den Kanuanbietern setzen. Und es funktioniert: Ab einer Wassertiefe unter 30 cm wird seit einigen Jahren wegen der streng geschützten Bachmuschel das Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow für Paddler gesperrt. Das klappt, auch wenn Reibungen bei den verschiedenen Interessen nie ausbleiben.


Visionen für Naturpark-Zukunft


Zehn Jahre Naturpark, welche Visionen gibt es mit Blick auf die nächsten zehn Jahre? Dazu Brandt: „Ich hoffe, dass Wälder und Seen dann auch noch in gutem Zustand sind und nicht zu viel Privatwald-Besitz gesperrt ist. Zudem sollte dann das Wasserwanderlenk- und -leitsystem endgültig in vernünftige Bahnen sein und die Bienenstraße hoffentlich bestehen.“ Was den Biber betrifft, dessen „Zahl im Naturpark seit fünf Jahren um die 350 schwankt“, so hofft Brandt, dass er auch noch 2025 „die Natur neu gestaltet. Biber greifen ohne viel Geld wasserbautechnisch auf dem Lande ein, so dass das Wasser bei Trockenheit nicht so schnell abfließt“. Die Biber werden sich, ist sich Brandt sicher, „auf eine gewisse Zahl einpegeln, allein schon wegen der Nahrungsverfügung.“

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