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Güstrower Tierschutzverein schlägt Alarm : Die vergessenen Tiere der Kleingärten

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Der Güstrower Tierschutzverein wurde zuletzt verstärkt darauf aufmerksam gemacht, dass besonders jetzt im Winter Tiere in Kleingärten unter fragwürdigen Bedingungen qualvoll dahin vegetieren.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2013 | 06:55 Uhr

Güstrow | Hühner scharren auf gefrorenem Boden, Enten watscheln auf Futtersuche durch den Schnee und Kaninchen hoppeln in ihren Buchten auf und ab - dabei tapfer auf Futter hoffend. So beschreibt Carmen Lahl die Situation in manchem Kleingarten. "Hier werden Tiere unter fragwürdigen Bedingungen gehalten", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Güstrow. Aber nicht nur in der Kreisstadt gibt es das Problem, auch aus Bützow, Teterow und Gnoien könnte Amtstierärztin Regine Salomon Beispiele nennen. Ganz problematisch sieht sie die Hundehaltung in Kleingärten.

In den vergangenen Wochen wurde der Tierschutzverein verstärkt darauf aufmerksam gemacht, dass Tiere in Kleingärten qualvoll dahin vegetieren, weil sich im Winter niemand um sie kümmert. Vereinsmitglieder würden an der einen oder anderen Stelle mal Futter über den Zaun werfen. Carmen Lahl weiß von drei Hühnern in einem Garten in einer Güstrower Anlage. Eine Lösung sei das nicht, betont sie und will wachrütteln. Nachbarn sollten nicht länger wegschauen, sondern Tierschutzverein oder Amtstierarzt verständigen. "Vielleicht denkt mancher, dass die Tiere doch irgendwie durchkommen", so Carmen Lahl. Die Vereinsvorsitzende appelliert an Nachbarn, Gartenvereine und Verpächter, gegen die Misshandlung von Tieren aktiv zu werden.

"Uns ist die Tierhaltung in Gartenanlagen schon lange ein Dorn im Auge", sagt Regine Salomon. Im Sommer sei das oft kein Problem, aber im Winter blieben Tiere oft sich selbst überlassen. Bei einer gewissen Labilität der Halter würden sie gar ganz vergessen. Hühner, Enten, Kaninchen, Ziegen, Schafe, Schweine und selbst Ponys würden in Gärten gehalten, so die Amtstierärztin. Anzeigen kämen oft anonym. "Das hilft uns nicht weiter. Wir können nicht stundenlang in Gartenanlagen suchen", sagt sie.

Insbesondere möchte sie auf die Hundehaltung in Gärten aufmerksam machen. Fast immer sei das ein Notnagel, der Hund ein Weihnachtsgeschenk, einer, der zu laut bellt oder nicht stubenrein ist. "Die Tiere werden im Garten geparkt und allein gelassen", stellt die Amtstierärztin fest. "Aber Hunde sind sozialisierte Tiere. Sie brauchen den Kontakt. Einmal am Tag vorbeischauen, das reicht nicht", fügt sie hinzu. In Kleingartenanlagen sollte eine dauerhafte Hundehaltung verboten werden, sieht sie einen Lösungsansatz. Laut Bundeskleingartengesetz ist das generell so, stellt Volker Knop, Geschäftsführer des Kreisverbandes der Gartenfreunde Güstrow, fest. In manchen Anlagen, das weiß er, werde aber mitunter ein Auge zugedrückt. Größere Probleme mit Tieren seien ihm nicht bekannt, es gebe aber auch private Anlagen in Güstrow, die sich nicht unter der Obhut des Kreisverbandes befänden.

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