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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 09:18 Uhr

Modellbau : Die Pfarrkirche aus Ankersteinen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ein Stückchen Güstrow steht aktuell im rheinland-pfälzischen Stromberg – Dieter Wellmann baute das Wahrzeichen für seine Schwester nach.

von
erstellt am 25.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Als Heidemarie Wellmann Anfang August ihren Bruder Dieter in Stromberg am Rande des Hunsrücks besuchte, erlebte die Güstrowerin eine schöne Überraschung. Dieter Wellmann hatte – extra für sie – ein Modell der Güstrower Pfarrkirche mit viel Liebe zum Detail nachgebaut. „Mein Bruder war mal Kirchenmusikdirektor und ist jetzt im Ruhestand. Seine Freizeit verbringt er mit dem Bau von Modellen. Er baut sie mit Ankersteinen – das ist sein Hobby“, berichtet Heidemarie Wellmann.

Ankersteine gelten heute als das erste Systemspielzeug und sind ein Klassiker des deutschen Kinderspielzeugs. Die Kunststeine werden aus Kreide, Quarzsand, Farbpigmenten und Leinöl gepresst und gebacken und kommen ganz ohne Klebstoff aus. Sie halten allein durch die Statik des Gebäudes. Dieter Wellmann hat schon viele Modelle gefertigt – den Turmbau zu Babel und den Potala-Palast in Lhasa, zum Beispiel.

Alle vier bis fünf Jahre besuche er seine Schwester in Güstrow. Immer wieder habe sie gefragt, ob er nicht auch einmal die Pfarrkirche nachbauen könne. „Er sagte immer, dass die Dächer zu schwierig seien“, erinnert sich Heidemarie Wellmann. Nun ging ihr Wunsch in Erfüllung. „Die besondere Herausforderung waren die Statik im Inneren und die barocke Turmhaube“, erklärt Ankerfreund und Hobby-Architekt Dieter Wellmann. Das Modell sehe dem Original zwar sehr ähnlich, gleiche ihm aber nicht exakt. Fenstergliederung, Dachfarbe und Höhenmaßstab stimmen nicht überein, gibt Dieter Wellmann zu. Seine Schwester habe ihre Heimatkirche dennoch gleich erkannt.

Das Modell der Pfarrkirche St. Marien misst 80 Zentimeter in der Länge, 56 Zentimeter in der Breite und 96 Zentimeter misst der Turm. Von Dauer wird die kleine Schwester der Pfarrkirche aber nicht sein, denn die Kleinbaukunst ist vergänglich. „Modelle werden zugunsten weiterer Projekte wieder abgebaut“, erklärt Dieter Wellmann. So schafft der Hobby-Architekt Platz für neue Ideen und Modelle in seiner Gartenbauhütte im rheinland-pfälzischen Stromberg am Hunsrück.

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