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Schäfermeister Riko Nöller hütet in Suckwitz : Die Osterlämmer kommen erst im Mai zur Welt

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Ob es wie am Mittwoch regnet oder die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel scheint, wie am Donnerstag: Schäfermeister Riko Nöller aus Suckwitz hat keine Wahl. Er muss sich bei Wind und Wetter um seine Herde kümmern.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 07:14 Uhr

Suckwitz | Ob es wie am Mittwoch regnet oder die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel scheint, wie am Donnerstag: Schäfermeister Riko Nöller aus Suckwitz hat keine Wahl. Er muss sich bei Wind und Wetter um seine Herde kümmern und er tut es jeden Tag mit Liebe und Leidenschaft. "Ein Bürojob wäre nichts für mich, nicht einmal, wenn es draußen Bindfäden regnen würde", sagt der 43-Jährige und gibt seinem Hütehund Max Anweisungen. Mit dem Altdeutschen Schäferhund hält Nöller die Herde von 700 Schafen, davon 500 Muttertiere, beisammen.


Landes- und Vize-Bundesmeister

Dass Nöller sein Handwerk versteht, belegen seine Erfolge. Riko Nöller ist amtierender Landesmeister im Schafe hüten und belegte beim bundesweiten Leistungsvergleich den zweiten Platz. Seinen Landestitel will er in diesem Jahr in Schlesin bei Ludwigslust verteidigen. 2014 wird der Bundesvergleich in Lohmen ausgetragen. Damit kommt die hohe Wertschätzung zum Ausdruck, die die Gemeinde und der aktive Kulturverein in Fachkreisen genießen.

Riko Nöller kommt aus einer Schäferfamilie. Sein Vater übte das Handwerk aus und seine Brüder Sven in Reimershagen und Dirk in Kuchelmiß sind ebenfalls Schäfer. "Man wird nicht reich davon, aber es reicht zum Leben", sagt Nöller. Lammfleisch sei gut nachgefragt. Zu Ostern sowieso, aber auch übers Jahr erziele er seit einiger Zeit einen guten Preis, bestätigt der Schäfermeister. Statistiker haben errechnet, dass die Bundesbürger 2011 rund 16 000 Tonnen Lammfleisch verzehrten. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Riko Nöller lässt die Lämmer, die ein Gewicht von 45 bis 50 Kilo haben, in Bad Stuer schlachten. Von dort beziehen Spitzenköche aus ganz Deutschland das Fleisch. "Wichtig ist eine natürliche Weidehaltung, dann ist auch das Fleisch gut", sagt der Fachmann. Von einer Mast mit Kraftfutter hält er nichts.

An Ostervormittagen bei den Schafen

Lämmer, die zu Ostern geboren werden, gibt es bei Riko Nöller nicht. "Ich habe die Saison nach hinten geschoben, sie beginnt am 10. Mai. Der Grund ist, dass ich keinen Stall habe und die Verluste in der kalten Jahreszeit zu groß wären", sagt er. Zum Lammen teilt der Schäfer die Herde in fünf Gruppen von 80 bis 120 Tieren auf, bringt sie in großzügig bemessenen Pferchen an verschiedenen Standorten unter und sorgt für viel Ruhe. "Ruhe ist das Wichtigste, damit sich die Muttertiere ganz auf das Ablammen konzentrieren können. Auch der Hund darf in dieser Zeit keinen Alarm machen", sagt Nöller. Er pendelt viel zwischen den Gruppen, sieht nach dem Rechten und leistet gelegentlich Geburtshilfe. Nach fünf bis acht Wochen - im Juli, Anfang August - wird die Herde wieder zusammengeführt. Die Reproduktion des Bestandes ist gesichert, weil Nöller jedes Jahr zirka 80 ältere Schafe verkauft und durch Jungschafe ersetzt.

Für Riko Nöller gehört ein Schäfer in die Landschaft. Mit seiner Herde und den Hütehunden ist er ein von Urlaubern gern gesehenes Fotomotiv. Aber er schätzt auch den Zusammenhalt im Dorf. "Zum Schafschurfest, das in Lohmen in diesem Jahr am 21. April gefeiert wird, kommen die Fischer aus der Gemeinde und wenn abgefischt wird, helfe ich ihnen", sagt Nöller.

An den Vormittagen der beiden Osterfeiertage wird er bei seinen Schafen sein. Aber für die Nachmittage baut er den Pferch etwas großzügiger und wird zu Hause mit seiner Frau und den beiden Kindern Ostern feiern.

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