Schule Zehna : „Die Neugier auf das Neue wecken“

Seit 1982 arbeitet Birgit Koch schon als Grundschullehrerin an der Schule in Zehna. Mehr als 1000 Erstklässler hat sie bereits unterrichtet.
Seit 1982 arbeitet Birgit Koch schon als Grundschullehrerin an der Schule in Zehna. Mehr als 1000 Erstklässler hat sie bereits unterrichtet.

Start ins Schulleben – heute: Interview mit Birgit Koch aus Zehna, die seit 36 Jahren Grundschullehrerin ist.

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25. August 2018, 05:00 Uhr

Birgit Koch weiß genau wovon sie spricht. Wenn es um Erstklässler und Grundschüler geht, ist die 57-Jährige aus Zehna Expertin. Bereits seit 36 Jahren ist Birgit Koch Grundschullehrerin, von Anfang an in der Schule Zehna. Als sie sich diese Jahreszahl vor Augen führt, kann sie sich ein „Wahnsinn“ nicht verkneifen. „Wie schnell die Zeit vergeht“, sagt sie und lächelt. Ihre Hauptfächer sind Mathe, Deutsch, Sachkunde und Sport. Zum Abschluss unserer Themenwoche zum Start ins Schulleben sprach SVZ-Redakteur Jens Griesbach mit Birgit Koch über Abc-Schützen, den Spaß an der Schule und über ihre eigene Schulzeit.

Wie viele Erstklässler haben Sie in Ihrem Arbeitsleben als Klassen- und Grundschullehrerin bereits unterrichtet?
Koch: Als Klassenlehrerin habe ich bereits zehn 1. Klassen gehabt und sie bis zur 4. Klasse geführt. Rund 250 Schüler. Aber zudem habe ich natürlich noch viel mehr Erstklässler im Fachunterricht gehabt, weit mehr als 1000.

Was ist die größte Freude, mit Erstklässlern zu arbeiten?
Das ist nicht so einfach zusammenzufassen. Es ist immer ein spannender Moment, wenn ich am ersten Schultag vor den Erstklässlern stehe und in erwartungsvolle Augen blicke. Und dann geht es los und man muss die Kleinen führen und lenken. Ich freue mich, wenn ich die ersten kleinen Erfolge sehe. Der eine kann schon lesen, die andere traut sich endlich, sich zu melden und die Schüler fassen Vertrauen zu Lehrern und Mitschülern. Wenn die Klasse als dufte Truppe zusammenwächst, weiß ich: Jetzt habe ich alles richtig gemacht.

Welche Herausforderungen gibt es bei Kindern, die zuvor noch nie eine Schule besucht haben?
Für die Kleinen und die Eltern beginnt mit der Schule ein völlig neuer Lebensabschnitt mit einem ganz neuen Tagesablauf. Ich muss bei den Kindern erreichen, dass sie sich an die Regeln in der Schule halten. Dabei versuche ich, auf jeden Einzelnen einzugehen und seine Stärken und Schwächen zu erkennen. Gerade in der 1. Klassen ist es wichtig, ihnen die Angst vor der Schule zu nehmen.

Wie schaffen Sie es, dass die Kinder Spaß an der Schule haben?
Die Kinder müssen jeden Tag mindestens zweimal gelacht haben. Der Unterricht muss so gestaltet sein, dass die Kinder jeden Tag motiviert sind. Ich will in ihnen die Neugier auf das Neue wecken. Deshalb arbeite ich lebensnah mit ihnen. Wir gehen zum Beispiel zum Bauern und schauen uns die Maschinen und Tiere an. Zudem müssen die Kinder im Unterricht selbst schöpferisch tätig werden. Lernen mit allen Sinnen ist angesagt. Wenn ich mich nur vorne hinstelle und den Unterrichtsstoff vermittele wird es langweilig.

Viele Eltern sind heutzutage sehr besorgt, dass es ihren Kindern in der Schule auch gut geht. Wie nehmen Sie den Eltern diese Sorgen?
Wir laden die Eltern ein, stellen ihnen die Schule vor, zeigen ihnen die Unterrichtsräume. Ich bin immer zu Gesprächen mit den Eltern bereit. In diesen Gesprächen klären sich viele Dinge von selbst und man kann den Eltern ihre Sorgen um ihr Kind nehmen.

Erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Einschulung?
Ich bin an der Hand meiner Mutter und mit Schultüte zu Fuß von Gutow nach Badendiek gegangen. Dort war damals die 1. und 2. Klasse untergebracht. Bei der Einschulung standen wird draußen vor der Treppe und sind dann alle ganz brav rein marschiert. Meine erste Klassenlehrerin war Frau Bendlin, eine echte Singdrossel. Sie hat sehr viel und gut gesungen. Das hat mich immer fasziniert. Sie war konsequent und gleichzeitig sehr liebevoll. Und so versuche ich auch zu sein.
 

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