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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 14:04 Uhr

Güstrow : Die mit den Hühnern lebt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ingeborg Hagen (63) beschäftigt sich seit Kindertagen mit dem Federvieh.

52 Wuschelbällchen kuscheln sich in der Wärme einer Rotlichtlampe im Gewächshaus der Familie Hagen in Güstrow. Das muss sein, sonst würden sie nicht überleben. Erst wenn die Temperaturen stabil über 15 Grad Celsius liegen, wird das Rotlicht gedrosselt oder abgeschaltet.

Die kleinen Federknäule – 45 Hennen und sieben Hähne - sind so genannte Eintagsküken, die Ingeborg Hagen von einem Tierhandel geordert hat. „Sie heißen so, weil sie unmittelbar nach dem Schlüpfen bzw. mindestens innerhalb von drei Tagen verkauft werden“, erzählt die 63-Jährige, die mit Hühnern und anderem Federvieh in Dodow aufgewachsen ist. Für Ingeborg Hagen ist es ein Hobby, was ihr sehr viel Spaß bereitet, auch wenn es jeden Tag Arbeit macht. „Morgens um 7 Uhr bekommen die Küken ihr erstes Futter, zuerst Pellets, später Korn und Essenreste, die mir auch Nachbarn bringen. Die fressen die possierlichen Küken am liebsten“, erzählt sie. Abends um 20 Uhr gibt es die letzte Ration.

Das ist der Moment, bei dem Ingeborg Hagen immer noch ein bisschen vor dem großen „Wollknäuel“ verweilt, weil es zu schön aussieht, wie alle Küklein immer enger zusammenrücken, um die Wärme zu genießen. Vier Wochen bleiben die Küken im Gewächshaus, dann kommen sie auf den Hühnerhof. Dieses Mal hat sie Küken der Rassen „Schwarze Bovans“, „Braune Lohmann“ und „Blausperber Sussex“ gekauft. Da erkennt man auch die Expertin, denn sie weiß, dass diese Hühner besonders gut legen. Auf dem großen Hof scharren, gackern und krähen gegenwärtig 80 Hühner und vier Hähne. „Vier Jahre führt unser Federvieh im Durchschnitt ein glückliches Leben“, berichtet Ingeborg Hagen. Das zahlt sich aus, denn die Hühner legen fleißig für den Eigenbedarf und für den Verkauf.

Die Aufzucht mit den Eintagsküken ist die eine Möglichkeit. Die zweite ist besonders bei ihren beiden Enkeln beliebt. Dann nämlich, wenn eine oder zwei Glucken die Eier ausbrüten. „Da herrscht besonders große Freude, wenn sie schlüpfen. Ich denke, dass ich das in diesem Jahr auch wieder machen werde“, erzählt Ingeborg Hagen.

Als ob sie mit den Hühnern nicht schon genug zu tun hätte, kümmert sie sich auch noch um Enten für den Familienbraten sowie im Hundesportverein Güstrow um ihren Vierbeiner. Und auch die Ferienwohnungen im Eigenheim am Rande der Stadt erfordern die ganze Frau. „Ich brauche diese Beschäftigung. Aber besonders liebe ich meine Hühner“, betont Ingeborg Hagen und wirft noch einen liebevollen Blick auf die Küken.

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