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Artenvielfalt im Landkreis Rostock : Die Hüterin der Naturdenkmale

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Immer mehr Biotope im Landkreis verschwinden: Die Güstrower Biologin Dr. Angela Martin kämpft seit Jahrzehnten für die Artenvielfalt.

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erstellt am 11.Okt.2017 | 20:45 Uhr

Der Natur im Landkreis Rostock droht eine massive Zerstörung. Immer mehr Biotope verschwinden unwiederbringlich. Aus der Artenvielfalt wird eine Arteneinfalt. Ein Horrorszenario für Dr. Angela Martin. Unermüdlich und mit großem ehrenamtlichen Engagement kämpft die Güstrower Biologin für den Erhalt und die Pflege der so genannten Flächen-Naturdenkmale. Insgesamt 274 solcher ausgewiesenen Flächen gibt es im Landkreis. Einige sind nur wenige Hektar groß, manche bis zu 30 Hektar: kleine Moore, Magerrasen, Hudewälder oder Orchideenwiesen, also Flächen die nur schwer zu bewirtschaften oder zu pflegen sind. „Wir müssen diese Flächen-Naturdenkmale aus Gründen des Biotopschutzes retten“, sagt die 61-Jährige. „Für uns, für die Menschheit. Denn der Mensch lebt schlecht in einer artenarmen Natur.“

„Wahre Hot-Spots der Artenvielfalt“

Die Flächen-Naturdenkmale gehören mit zu den wichtigsten geschützten Landschaftsteilen in MV. Und der Landkreis Rostock gehört zu den wenigen Landkreisen, wo noch über das Umweltamt die Pflege von mehreren herausragenden Flächen-Naturdenkmalen jährlich in Auftrag gegeben wird, um diese Landschaftsteile dauerhaft zu erhalten. „Die kleinen einzigartigen Biotope sind innerhalb unserer intensiv genutzten Landschaft wahre Hot-Spots der Artenvielfalt und fungieren zugleich als Trittsteine für einen Biotopverbund“, sagt Ralf Koch, Leiter des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide. Aber der Landkreis allein kann die riesige Aufgabe des Biotopschutzes nicht allein bewältigen. Deshalb hat sich Angela Martin dieser Aufgabe gewidmet. Koch nennt sie „die Hüterin der Flächen-Naturdenkmale“. Auf Initiative der leidenschaftlichen Botanikern wurden Ende der 1980er-Jahre erste Gebiete als Flächen-Naturdenkmale ausgewiesen. Neben der regelmäßigen Kontrolle der Gebiete, der Aufnahme der wichtigen Pflanzen- und Tierarten, organisiert und mobilisiert die Güstrowerin heute Hilfe für „ihre Gebiete“.

Auch die Naturparkstiftung ist ihrem Ruf gefolgt und hat sich zusammen mit dem Förderverein des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide professionelle Landschaftspflegetechnik zugelegt. Hierbei hat Angela Martin mit einer Geldspende in fünfstelliger Höhe den Kauf von Traktor, Mähgeräten und Heuwendern mit ermöglicht. Eine der ersten Einsätze der Geräte erfolgte auf dem Trockenrasen am Meckelberg und auf der Orchideenwiese am Bornbruch, am Rande von Krakow am See. Weitere wichtige Kleinode in der Umgebung des Luftkurortes werden folgen, kündigt Ralf Koch an.

Die Artenvielfalt liegt Angela Martin am Herzen. Seit 1991 ist sie Leiterin der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Güstrow und bereits 1981 rief sie in der Barlachstadt die Arbeitsgemeinschaft Botanik ins Leben. „Wir sind Ornitho-Botaniker“, sagt die 61-Jährige. „Wir sind nicht stur auf die Pflanzenwelt fixiert, sondern haben auch offene Augen und Ohren für Vogelstimmen, Fährten von Säugetieren und für Insekten. Wir nennen uns Feldbiologen“, erzählt sie. Erleben kann man Angela Martin bei den regelmäßigen Vogelstimmen-Wanderungen, die sie in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule viermal im Jahr in Güstrow anbietet.  

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