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Güstrower Anzeiger

21. Oktober 2017 | 18:10 Uhr

Die "Friedrichhalle"

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erstellt am 12.Okt.2012 | 07:03 Uhr

Güstrow | Tonhalle, Friedrichhalle, Christliches Gemeindehaus, BV-Haus - in dieser Reihenfolge lauteten die Namen der zwei Häuser in der Plauer Straße 73 .

Noch 1874 war das Haus Scheune eines Bäckers, der nebenher Landwirtschaft betrieb. 1877 wird im Wohnungsanzeiger zum ersten Mal eine Gastwirtschaft Bründel genannt, noch in der Nr. 51.

Wirt Bründel nannte seine Wirtschaft "Tonhalle", eine Referenz an umfangreiche und vielseitige musikalische Darbietungen. In mehreren Städten tauchte diese Bezeichnung auf. Der steigenden Nachfrage nach kultureller Betätigung war die "Tonhalle" durchaus gewachsen, denn im Hause befanden sich ein Hauptsaal mit einer Bühne und ein kleinerer Saal ebenfalls mit Bühne, es gab ein Gartenlokal, ein Schankbüfett mit Küche und eine umlaufende Galerie.

1903 ist das Haus dann die Plauer Straße 73, der Wirt Bründel baut das Haus als Gastwirtschaft komplett um und gibt dem Anwesen auch einen anderen Namen: "Friedrichhalle". Jetzt gibt es nur noch einen großen Saal, dazu aber vier Gasträume, einen Garten und eine Kegelbahn, die es in mehreren Güstrower Gaststätten zur damaligen Zeit gab.

Der Belliner Gutsbesitzer Henry Slomann erwarb das Haus um 1920 und führte es als Christliches Gemeindehaus mit Gaststätte. Der Güstrower SPD diente es viele Jahre als Versammlungslokal.

Aus einer Archivakte von 1936 geht hervor, dass der Maurermeister Glave Haus und Grundstück erworben hatte. Nach Abriss erfolgte 1938 der Neubau als Wohnhaus mit Ausstellungsräumen für Autos, Autowerkstatt und zweisäuliger Tankstelle. Der heute noch vorhandene große Backsteinbau an der Kreuzung erhielt den Namen "B.V.- Haus" (B.V. für Benzol-Verband). Eine Gaststätte gab es nun nicht mehr.

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