zur Navigation springen

SVZ-Serie : Die Eiszeit prägte das hüglige Land

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Entdeckungen auf alten Landwegen / SVZ-Serie nach dem gleichnamigen Buch / Teil 2: Landweg von Schlemmin nach Qualitz

„Landwege sind Orte der Vielfalt.“ Das sagt die Qualitzerin Gudrun Schützler. Sie hat im Auftrag des Fördervereins und des Naturparks Sternberger Seenland das Buch „Entdeckungen auf alten Landwegen im Naturpark Sternberger Seenland“ herausgebracht.

Der Güstrower Anzeiger hat mit freundlicher Genehmigung der Autorin in dem Buch geblättert und möchte Sie, liebe Leser, vielleicht dazu anregen, schöne Herbsttage zu nutzen und vielleicht den einen oder anderen Weg zu erleben.

Heute: Der Landweg von Schlemmin über Katelbogen bis nach Qualitz über 7,4 Kilometer.

Schlemmin – der 1264 erstmals mit „Sleme, slemeno“ (Balken, Querbalken) bezeichnete Ort – ist von Wäldern umgeben, die zu den Europäischen Schutzgebieten gehören. In der Vergangenheit wohnten in dem Ort vor allem Waldarbeiter. Das Forstamt und die Revierförsterei haben hier ihren Sitz. Georg von Arnswaldt (1866-1952) lebte und wirkte in Schlemmin als Wegbereiter naturnaher Forstwirtschaft. Ein Gedenkstein im Schlemminer Forst erinnert an seine großen Verdienste. Das waldreiche Naturschutzgebiet „Hohe Burg und Schwarzer See“ mit einem Rundwanderweg lockt Besucher zu allen Jahreszeiten an.


Geschichten rund um die Glashütte


Wir gelangen vom Forstamt über die asphaltierte Straße in Richtung Neu Schlemmin. Am Ortsende beginnt der unbefestigte Landweg, der zwischen Acker- und Grünlandflächen auf hohem Gelände entlang führt. Dieses Hochgebiet wurde durch Druck vor dem Rand des Inlandeises geformt. Dem Wanderer bieten sich Blicke in eine hügelige Landschaft mit Kleingewässern, Kopfweiden und Baumgruppen. Am Weg wechseln offene Abschnitte mit Baumreihen und Hecken.

Man kommt nach Gralow. Dort stand in alten Zeiten eine Kapelle, die wahrscheinlich im 30-jährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. In Gralow gab es eine Ziegelei und eine Glashütte. Sie produzierte nur von 1718 bis 1722, da der Glashüttenmeister Seitz Auseinandersetzungen mit dem Katelbogener Gutsherren von Plessen hatte.

Von Gralow führt ein Weg mit Linden weiter nach Katelbogen. Von der ehemaligen Gutsanlage blieben die Katenreihe, überbaute Wirtschaftsgebäude und das Herrenhaus, im Stil der Neorenaissance erbaut, erhalten. Es erinnert an ein Märchenschloss und ist von einem großen Park umgeben

Die Wanderung setzt in Richtung Qualitz fort. Unterwegs erreichen wir eines der ältesten Bauwerke der Naturparkregion. Das viertausend Jahre alte Großsteingrab zählt zu den am besten erhaltenen Anlagen von Mecklenburg. Auf der gleichen Ackerfläche befindet sich ein zweites Großsteingrab mit Schälchenstein.

Es folgt ein Waldgebiet, das überwiegend mit Rotbuchen bewachsen ist. Vor Qualitz ist der Landweg offen, zieht sich durch eine Ackerlandschaft mit Söllen und Schlehenhecken. Die Landschaftskulisse zeigt Weideflächen mit Baumreihen, Hecken und Einzelbäumen. Diesen schließen sich Waldgebiete an.


Der „Krug“ erinnert an die Poststraße


In Qualitz steht die Feld- und Backsteinkirche auf dem höchsten Punkt des Ortes. Sie wurde erstmals 1233 in einer Urkunde des Klosters Rühn aufgeführt. Um den Kirchberg liegen die ehemaligen Großbauernhöfe und an den Ausfahrtstraßen die Kleinbauernstellen. Da Qualitz zur Zeit der Poststraßen ein wichtiger Kreuzungspunkt war, gab es hier einen Krug, der bis zur Wende als Gaststätte geführt wurde. Sehenswert sind der ehemalige Forsthof mit zwei Scheunen, ein Hallenhaus, das Küsterhaus mit Scheune und das ehemalige Pfarrhaus mit Pfarrgarten. Die genannten historischen Gebäude standen alle zum Verkauf. Jetzt leben und arbeiten in diesen Handwerker, Kunsthandwerker und Kulturschaffende.





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen