Die, die für den Erfolg sorgen: 5 von 140

<fettakgl>Sindy Thormann in</fettakgl> der Box einer Stute bevor sie die frei laufende Herde auf den Platz schickt.
1 von 5
Sindy Thormann in der Box einer Stute bevor sie die frei laufende Herde auf den Platz schickt.

svz.de von
22. Juli 2012, 09:46 Uhr

Ganschow | Sie hatten Sonnabend alle den gleichen Wecker. Das ist bei den Stutenparaden immer so, denn 6.30 Uhr beginnt an diesen Tagen der Stalldienst - für Maik Kreuzer, Manfred Ulrich, Nicole Zoch, Sindy Thormann und Patrick Wegner. Die fünf Mitarbeiter des Gestüts Ganschow gehörten wieder zu den Hauptdarstellern der Stutenparaden, die Sonnabend - von der SVZ präsentiert - mit einem begeisternden Finale nach drei Veranstaltungen zu Ende gingen. SVZ begleitete sie stellvertretend für alle.

Maik Kreuzer, der Macher der "Unglaublichen Wettkämpfe"

Aber bis zum Resümee standen den Fünf noch einmal rund 14, 15 Stunden stramme Arbeit bevor. Maik Kreuzer hatte seinen ersten Auftritt Vormittag. Er ritt bei der Verkaufsveranstaltung Pferde. Ohne Verschnaufen ging es danach auf den Platz, um ihm für die Parade den letzten Schliff zu geben. Ein Posten fiel allerdings weg: Wasser fahren. Der Regen der vergangenen Wochen sorgte für die Entlastung. Allerdings mit einem positiven Aspekt. Gestütschef Friedhelm Mencke: "Zum Glück blieben alle Paraden von größeren Regengüssen verschont." Die Tropfen bei der Verlosung des dritten Fohlens fielen da überhaupt nicht ins Gewicht.

Aber zurück zu Maik Kreuzer. Der 24-Jährige hat in Ganschow Pferdewirt gelernt und ist seit acht Jahren bei den Paraden. Aber nicht nur so einfach dabei, denn Mencke bescheinigt seinem Mitarbeiter, dass "er für die Vorbereitung unersetzbar und beim Bild ,Unglaubliche Wettkämpfe’ der Macher ist". Zuvor hatte er seinen ersten Ritt bei der Einmarschparade. Dann versuchte er das "Unglaubliche" im Bild 4 Mann gegen Pferd. Zuerst beim Hochsprung. Wie das Pferd - von Hela Heiden geritten - schaffte Maik Kreuzer 1,35 Meter. Bei dieser Höhe schlug der Chef Gleichstand vor, um keinen zu gefährden. Dann musste Kreuzer 200 Meter laufen, gegen die neunjährige Jana Pierstorff in der Kutsche, die "Feli", das schnellste Pony des Gestüts, anfeuerte - und schneller als der Pferdewirt war.

Aber auch während der Parade war er immer wieder beim Aufbau neuer Schaubilder gefragt. Wie alle Mitarbeiter hatte er ebenfalls seinen Platz beim Abschlussbild, der frei laufenden Stutenherde. Kreuzer: "Ich bin auf der Koppel eingeteilt. Eine wichtige Aufgabe, denn der Zuschauer soll sehen wie die Herde in die Weite unsere schönen mecklenburgischen Landschaft galoppiert und am Horizont verschwindet."

Sindy Thormann, die "Mutter aller Fohlen"

Bei diesem Abschlussbild ist Sindy Thormann immer dabei, allerdings in ganz vorderster Front. Sie ist die "Mutter aller Fohlen", wie ihr Chef sie charmant nennt, und Betreuerin der Mutterstutenherde. Gegen 9.30 Uhr hatte sie Sonnabend mit ihren Kollegen alle Pferde der großen Herde versorgt. Ganz wichtig für dieses grandiose Bild ist, dass bereits in den Boxen die Herde richtig aufgestellt ist, damit sie auf dem Platz in die richtige Richtung kommt. "Das ist meine Aufgabe", erklärt Sindy Thormann. Jeder Punkt ist mit allen Mitarbeiterin abgesprochen, damit alles im "Fluss" ist, wenn es losgeht. Für die 27-jährige Pferdewirtin, die seit sieben Jahren in Ganschow arbeitet, hat sich die Arbeit gelohnt, wenn das Publikum auch wie Sonnabend mitmacht und mitfiebert.

Dieses Gefühl genießt Manfred Ulrich ebenfalls. Ulrich ist der Leiter des Fahrstabs und damit für alle Fahrbilder verantwortlich. Außerdem wirkt er an der Choreografie der Zweispänner und der Viererzüge mit. Auch auf ihn, der mit 49 Jahren zu den erfahreneren Mitarbeitern zählt, lässt Friedhelm Mencke nichts kommen. "Ich kann und will auf ihn nicht verzichten", betont er.

Manfred Ulrich: "Stutenparaden sind ein Spiegel unserer Arbeit"

Ulrich leitet den Verkauf am Vormittag, am Sonnabend geschah das wieder professionell. Um 12.30 Uhr schwor er seine Fahrer auf die Parade ein. Auf dem Platz zeigte er sich das erste Mal im Bild 3 als "Meister der Leinen". Im Bild 7 "Seltene Anspannung - Quandum" agiert er hinter den Kulissen. Lothar Schulz fährt das seltene Gespann mit fünf Pferden voreinander. Ulrich hat sie angespannt, ebenfalls eine knifflige Aufgabe. "Wir haben es wieder geschafft, sind aber auch seit Jahren ein eingespieltes Team", sagt er. Für Ulrich war die Parade auf dem Platz mit den Römerwagen beendet. Da schnaufte er durch und freute sich, dass das Publikum wieder erfahren konnte, wie in Ganschow mit Pferden gearbeitet wird und wie sie ausgebildet werden. Ulrich: "Die Stutenparaden sind ein Spiegel unserer Arbeit."

Patrick Wegner: "Das Lkw-Bild ist meine Nummer"

Das beweist ebenfalls der 24-jährige Gerds hagener Patrick Wegner. Der hatte seinen Hauptauftritt wieder in den Bildern 11 und 11 a, wenn auf einem Lkw Vierspänner umgespannt werden. "Das ist meine Nummer", sagt er stolz. Und zurecht ist sie auch als "Sensation" benannt. Auch wenn die Paraden "Arbeit, Arbeit, Arbeit" sind, hebt er den Spaß heraus. "Mir macht die Arbeit mit den Pferden Freude." Das merkt man, wenn Friedhelm Mencke ihn einschätzt: "Patrick ist ein grenzenlos fleißiger Mensch, der vielseitig einsetzbar ist." Im Gestüt ist er für den landwirtschaftlichen Bereich und die Ausbildung der Fahrpferde verantwortlich.

Lehrling Nicole Zoch längst von den Paraden infiziert

Soweit ist Nicole Zoch noch nicht, aber auch sie hat ihren festen Platz bei den Paraden. Die 20-Jährige lernt im 2. Lehrjahr Pferdewirtin und war zum zweiten Mal dabei. Aber auch sie ist von der Atmosphäre längst infiziert und macht mit vollem Einsatz mit, u.a. am Sonnabend beim Bild 8, "Der Vater, seine Söhne und Töchter". Gegen 20 Uhr war dann auch für sie das Tagewerk vollbracht. Traditionell saßen viele Mitarbeiter noch zusammen, zwar geschafft, aber zufrieden und mit der Vorfreude auf die Stutenparaden 2013.

Bei der wird es dann auch wieder ein Preisausschreiben geben. Für das in diesem Jahr spendierte unserer Zeitung den Hauptgewinn, ein Wochenende im Gestüt Ganschow. Die Glückliche ist Ursula Passehl aus Lalendorf. Der Preis kann bei der SVZ in der Domstraße abgeholt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen