Asyl in Güstrow : Deutschkurse für Flüchtlinge voll

Die Güstrowerin Margareta Ebel gibt seit Januar Deutschkurse für Flüchtlinge im Asylbewerberheim in der Güstrower Demmlerstraße.
Die Güstrowerin Margareta Ebel gibt seit Januar Deutschkurse für Flüchtlinge im Asylbewerberheim in der Güstrower Demmlerstraße.

Margareta Ebel koordiniert Sprachkurse in Flüchtlingsheimen - weitere ehrenamtliche Lehrer für Asylbewerber in Güstrow gesucht

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18. März 2015, 06:00 Uhr

Die ehrenamtlich geleiteten Deutschkurse für Asylbewerber in Güstrow sind überfüllt. „Wir brauchen unbedingt mehr Lehrer, um mehr Sprachkurse anbieten zu können“, sagt die Güstrowerin Margareta Ebel, die zusammen mit ihrem Mann Wolfgang seit Januar die Koordination der Deutschkurse für Flüchtlinge in der Barlachstadt übernommen hat. Und die Situation wird nicht besser, denn der Flüchtlingsstrom nach Mecklenburg-Vorpommern und speziell in den Landkreis Rostock reißt nicht ab. „Rückläufige Tendenzen bei den Flüchtlingszahlen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Ganz aktuell haben sich die Zahlen auch in der Prognose noch einmal weiter nach oben entwickelt“, informiert Landrat Sebastian Constien. Aktuell leben im Landkreis ca. 1150 Asylbewerber, in der Kreisstadt Güstrow sind es mittlerweile rund 500.


Neue Lehrer unbedingt gesucht
 

Seit Januar gibt Margareta Ebel Deutschkurse im Asylbewerberheim in der Güstrower Demmlerstraße, viermal in der Woche. Ihr Mann ebensoviele im Asylbewerberheim im Waldweg – alles ehrenamtlich. Weitere Sprachkurse finden auch in der Asylbewerberunterkunft in der Südstadt, beim DRK in der Südstadt sowie in der „Villa Kunterbündnis“ am Pferdemarkt und bei der Freikirchlichen Gemeinde „Der Fels“ in Güstrow statt. „Wir haben zurzeit elf aktive Lehrer“, sagt Margareta Ebel. Aber das seien zu wenige. „Nicht nur meine Kurse sind sehr gut besucht und teilweise voll. Wenn aber zu viele Flüchtlinge in einem Kursus sind, ist es schwer, sie zum Sprechen zu bringen. Das Sprechen ist jedoch wichtiger als das Schreiben.“ Zwölf Teilnehmer in einem Kursus seien optimal, Margareta Ebel hat aber teilweise bis zu 20 Teilnehmer. „Die Flüchtlinge wollen unbedingt Deutsch lernen. Sie sind sehr wissbegierig“, hat sie festgestellt.

Vor allem Spaß an der Sache sollten potenzielle Deutschlehrer mitbringen, unterstreicht die ehemalige Physiotherapeutin Margareta Ebel, die mittlerweile pensioniert ist. „Mir selbst macht der Unterricht großen Spaß. Im Klassenraum sitze ich quasi mitten in der Welt.“ Ihre Schüler kommen u.a. aus Eritrea, Syrien, Somalia oder auch der Ukraine. Die gebürtige Schwedin Ebel spricht auch englisch und französisch „und ein paar Brocken arabisch“.


Ehrenamtliches Angebot
 

Neben den Sprachkursen gibt es zudem Alphabetisierungskurse, bei denen die Flüchtlinge zunächst einmal die lateinische Schrift lernen müssen. Seit kurzem wird zudem ein spezieller Deutschkursus für Mütter mit kleinen Kindern angeboten. An allen diesen ehrenamtlich geleiteten Kursen können alle Asylbewerber teilnehmen. „Das ist die Vorstufe zu den regulären, geförderten Deutschkursen,“, erklärt Heidrun Kiel, Leiterin der Asylbewerberheime in Güstrow. Denn Anspruch auf einen regulären Deutschkursus haben Flüchtlinge erst, wenn sie mindestens sechs Monate in Deutschland sind.

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