Ehrenamtliche Hilfe : Deutsch lernen bei Schülern

Sheyda Hosscini, Mehdi Souri, Ali Rajabian, Mohammad Mohammadi, Marzieh Kaabdollah und Nader Moradi lernen Deutsch bei Nina von Alten-Reuss und Ronja Laddach (M.).
Sheyda Hosscini, Mehdi Souri, Ali Rajabian, Mohammad Mohammadi, Marzieh Kaabdollah und Nader Moradi lernen Deutsch bei Nina von Alten-Reuss und Ronja Laddach (M.).

Güstrower Jugendliche unterstützen Integration von Asylbewerbern durch ehrenamtlichen Deutschunterricht

svz.de von
03. Juli 2015, 06:00 Uhr

Immer mehr Flüchtlinge erreichen Güstrow und finden hier ein neues Zuhause. Doch um sich hier wohl zu fühlen, brauchen sie vor allem eine gute Integration und die deutsche Sprache zur Verständigung. Streetworker Piet Zimmermann wurde auf die Organisation „children“ aufmerksam, die seit Jahren das Projekt „Jugend Hilft“ hat und Jugendliche unterstützt, die eine gute Idee haben. So fand sich eine kleine Gruppe von Güstrower Schülern vor ein paar Monaten zusammen und erarbeitete ein Konzept, wie sie den Flüchtlingen helfen können. Unter anderem ist dabei ein Deutschkursus entstanden. Die beiden 17-jährigen Ronja Laddach und Nina von Alten-Reuss geben diesen Unterricht nun seit zwei Monaten, jeden Donnerstag um 17.30 Uhr in der freikirchlichen Gemeinde „Der Fels“. Ronja erzählt: „Beim ersten Treffen gab es eine Vorstellungsrunde, in der alle Asylbewerber ihre Geschichte erzählt haben. Danach haben wir gefragt, was sie gerne lernen möchten und da haben wir festgestellt, dass es vor allem Themen sind wie Notruf, Arzt oder Einkaufen.“ Unter den ca. zehn Flüchtlingen aus dem Iran und Afghanistan, die regelmäßig dabei sind gehört auch Nader Moradi, der seit 16 Monaten in Deutschland lebt. „Mir gefällt der Deutschunterricht sehr, denn wir lachen sehr viel und wenden die deutsche Sprache an. Ich möchte hier mein Deutsch verbessern und auch die Alltagssprache lernen“, sagt er. Momentan erlernen sie die Körperteile des Menschen, um sich beim Arzt verständigen zu können – auch dies war ein vordringlicher Wunsch der Flüchtlinge. Marzieh Kaabdollah ist von Anfang an dabei: „Ich hatte im Heim im Waldweg schon einen Deutschkursus, aber da stand vor allem die Grammatik im Vordergrund. Hier hingegen kann ich sprechen und Wörter lernen, die ich gerne wissen möchte.“

Neben dem Deutschkursus gibt es noch weitere Projekte und Planungen. So machen Anna-Lena Dauber und Carolin von Alten-Reuss regelmäßig Musik mit den Asylbewerbern, denn auch dies fördert deren Integration. Des Weiteren ist ein Sommerferienlager mit deutschen und ausländischen Kindern geplant sowie ein Sommerfest, das Clara Nicolai organisieren möchte. Die fünf Schülerinnen möchten so ehrenamtlich etwas dazu beitragen, dass Flüchtlinge sich in Güstrow wohlfühlen.

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