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Weinbergstrasse Güstrow : Deutliches Votum gegen Einbahnstraße

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anwohner lehnen Vorschlag zur Beruhigung der Weinbergstraße in Güstrow ab

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Auch eine Einbahnstraßenregelung wird wohl das Problem von zu viel Verkehr auf der Weinbergstraße nicht lösen. Die Anwohner selbst, die seit Jahren vehement eine Verkehrsberuhigung fordern, lehnen den Vorschlag der Stadt Güstrow ab. 509 Bewohner beteiligten sich an einer Befragung. 91,8 Prozent lehnen einen Einbahnstraßen-Verkehrsversuch ab. Lediglich 42 Bürger (8,2 Prozent) können dem Vorschlag etwas abgewinnen.

Der Vorschlag: Von der Pustekowstraße geht es bis zur Straße Am Wasserturm nur in eine Richtung, nämlich in Richtung Südstadt. Das hätte zur Folge, dass Autofahrer, die aus dem südlichen Bereich kommen und statt der Goldberger Straße lieber die Weinbergstraße nutzen, diese nicht mehr durchqueren könnten, sondern automatisch auf die Goldberger Straße zurückgeführt werden. Das macht man vermutlich nur einmal. Andererseits bliebe noch die Variante über die Straße der DSF, die aber eher unsinnig erscheint (großer Bogen, mehrere Schikanen). Was den fließenden Durchgangsverkehr mit einer Einbahnstraßenregelung behindern könnte, würde selbstverständlich auch die Anwohner selbst treffen. Ihre Meinung dazu haben sie abgegeben: keine Einbahnstraßenregelung.

Befragt wurden von der Stadt die Kindertagesstätte, die Freie Schule, das Awo-Seniorenpflegeheim, ein Bäckerladen, ein Getränkemarkt und eine Gaststätte, die und Zielverkehre aus dem sonstigen Stadtgebiet und dem Umland erzeugen. „Nutzer und Beschäftigte dieser Einrichtungen haben ebenfalls die Möglichkeit zu einer Meinungsäußerung genutzt“, betont Stadtsprecherin Karin Bartock. Darüber hinaus seien aus dem sonstigen Stadtgebiet und dem Umland weitere 135 Meinungsäußerungen im Güstrower Rathaus eingegangen. Bartock nennt Unterschriftenlisten, die in der Kindertagesstätte und im Bäckerladen liefen. „Dieses Votum fiel durchgehend mit einem Nein zum Verkehrsversuch aus“, informiert die Stadtsprecherin. Für die Auswertung sei dies unerheblich, zählen doch allein die Stimmen der Anwohner. Insgesamt aber unterstreiche es die Ablehnung eines Einbahnstraßen-Verkehrsversuches. Das Ergebnis der Befragung wird auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bau und Verkehr der Stadtvertretung diskutiert.


Experimente bisher ohne Erfolg


Seit mehr als zwei Jahren experimentiert die Stadt mit dem Verkehrsfluss in der Weinbergstraße. Eine Anwohnerinitiative hatte sich mit dem Ziel, einen zunehmenden Missbrauch der typischen Quartiersstraße als Durchgangsstraße einzudämmen, gebildet. Besonders in Stoß- und Stauzeiten auf der Süd-Ost-Durchfahrt (Goldberger Straße/Plauer Straße) wählen Autofahrer Weinbergstraße, Bürgermeister-Dahse-Straße und Gutower Straße als Ausweichstrecke. Zunächst hatte es die Stadt mit einer Rechts-vor-links-Regelung versucht. Den Durchgangsverkehr schreckte das kaum ab. Nach einer Korrektur – Hauptstraße an der Ecke Bürgermeister-Dahse-Straße/An der Fähre wieder abbiegend – ergab eine nach einiger Zeit durchgeführte Verkehrszählung, dass sich der Verkehr zwar reduziert hatte, aber immer noch zu viele Autofahrer die Weinbergstraße nutzen würden.

Bleibt am Ende nur noch die geringe Hoffnung auf Änderungen bei der überörtlich wegweisenden Beschilderung? In Navi-Zeiten eine geringe Hoffnung, muss auch Stadtsprecherin Bartock einräumen.  

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