Landkreis Rostock : Deutlich mehr Kranke

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DAK-Gesundheitsreport 2014 / Ausfalltage über Landesniveau / Stress von erwerbstätigen Eltern untersucht

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23. Juli 2014, 06:00 Uhr

Der Krankenstand im Landkreis Rostock ist 2013 deutlich angestiegen. Die Ausfalltage nach Erkrankungen nahmen um 0,5 Prozent zu, während sie im Land um 0,3 Prozent stiegen. Mit 5,0 Prozent hatte die Region zudem einen etwas höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,9). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 50 krankgeschrieben. Das hat der DAK-Gesundheitsreport ermittelt.

Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich auch bei einigen Diagnosen der Krankenstand. Eine bedeutende Steigerung mit rund 33 Prozent habe es bei Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis gegeben. Diese Diagnose sei die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen im Landkreis gewesen und habe in ihrer Häufigkeit noch über dem Landesschnitt gelegen, ermittelten die Statistiker. Auch die Zahl der Verletzungen und Vergiftungen sowie der psychischen Beschwerden, zu denen Angstzustände und Depressionen gehören, stieg. Jeden fünften Fehltag und damit die meisten Krankschreibungen verursachten erneut Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Die Zahl der Ausfalltage sank allerdings um fast 15 Prozent und lag unter dem Landesschnitt.

„Längere Erkrankungen wie seelische Leiden bedeuten meist größere Probleme“, sagt Christiane Köster von der DAK-Gesundheit in Güstrow. Im Land seien die Fehltage durch psychische Erkrankungen seit 2000 um 63 Prozent gestiegen. Deshalb unterstütze die Kasse Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und effektiver Prävention, so Köster.

Der Report untersuchte auch speziell die Situation der so genannten Rushhour-Generation, die Lebensphase zwischen 25 und 39 Jahren, in der sich vielfältige Anforderungen aus Beruf und Familie ballen. Fazit: Sie fällt im Job seltener aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krankgeschrieben als Ältere. Im Vergleich zu den über 40-Jährigen haben sie 34 Prozent weniger Ausfalltage. Weiteres wichtiges Studienergebnis: Erwerbstätige Eltern leiden nicht mehr unter chronischem Stress als Berufstätige ohne Kinder.

Weil aber 25- bis 39-jährige Arbeitnehmer besonders beansprucht seien, erklärt Christiane Köster, und sie bis zur Rente produktiv bleiben müssen, müssen Arbeitgeber nachhaltig in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren. Sie verweist auf erste Ansätze für chronische Krankheiten in diesem Alter. Dazu zählt sie vor allem Rückenprobleme und Bluthochdruck.

Vor diesem Hintergrund sei es problematisch, heißt es in dem Bericht, dass erwerbstätige Eltern weniger auf ihre Gesundheit achten. Laut der Studie machen viele Mütter und Väter im Spagat zwischen Job und Kindern Abstriche bei sich. Berufstätige Eltern treiben seltener regelmäßigen Sport und schlafen weniger als Kinderlose. Weit mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, nicht genug Zeit für sich zu haben. Außerdem fürchtet fast jede zweite Mutter Karrierenachteile durch ihre Kinder. Bei den Vätern gibt dies jeder Fünfte an.

„In Sachen Familienfreundlichkeit haben viele Arbeitgeber noch Nachholbedarf“, betont Christiane Köster weiter. Sehr oft lägen Wunsch und Wirklichkeit auseinander. So seien laut Studie zwei Drittel der erwerbstätigen Eltern der Meinung, Gleitzeit würde ihren Alltag erleichtern, aber nur etwa ein Drittel kann ein Angebot nutzen. Auch Betriebskindergärten oder -krippen sind beliebt – aber nur eine kleine Minderheit der Firmen bietet sie an. Köster: Oft fehle es den Eltern auch schlicht an mehr Verständnis: Fast 60 Prozent wünschten sich, dass Kollegen und Chefs die Familiensituation bei der Planung von Terminen berücksichtigen, aber nur 25 Prozent können mit so viel Umsicht rechnen, hat der Report festgestellt. Köster „In der Arbeitswelt werden die Bedürfnisse vieler Eltern nicht berücksichtigt. Das erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“






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