SVZ-Vereinsserie : Der Vorhang darf nicht für immer fallen

Fördervereinschefin Heidemarie Beyer und Theatermitarbeiter Steffen Goitzsche bringen das Banner mit den Konzertterminen der laufenden Saison am Theatergebäude an.
Fördervereinschefin Heidemarie Beyer und Theatermitarbeiter Steffen Goitzsche bringen das Banner mit den Konzertterminen der laufenden Saison am Theatergebäude an.

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Verein der Freunde und Förderer des Ernst-Barlach-Theaters unterstützt das Güstrower Haus mit zahlreichen Aktionen

svz.de von
21. September 2015, 06:00 Uhr

„Was Bürgerstolz geschaffen, soll Bürgerstolz erhalten“, soll Senator Carl Daniel Lönnies, mit Friedrich Piper Initiator des 1828 erbauten Güstrower Theaters, gesagt haben. Der Theaterförderverein gründete sich 1998, jedoch dürften seine geistigen Wurzeln zurückgehen in die Zeit, da in Güstrow das erste von bürgerschaftlichem Engagement getragene Theater entstand. „In schwierigen Phasen und unterschiedlichen Trägerschaften hat es zu allen Zeiten Theaterfreunde gegeben, die dafür gekämpft haben, dass der Vorhang nicht für immer fällt. Theater ist Lebensqualität. Darauf wollten die Menschen früher nicht verzichten und wollen es heute auch nicht“, sagt Heidemarie Beyer, Vorsitzende des Fördervereins.


Kindern Besuch im Theater ermöglichen


So sind die Aktivitäten der 46 Mitglieder breit gefächert. Sie reichen von materiellen Leistungen über die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei Fahrten ins Theater bis hin zu Werbeaktionen.

Noch gut in Erinnerung dürfte Theaterfreunden das Jahr 2004 sein. Damals stand vor dem Landkreis Güstrow als Träger des Theaters die Aufgabe, eine neue Belüftungsanlage zu beschaffen. Die Mittel sprengten die Möglichkeiten des ohnehin nicht ausgeglichenen Haushalts. Da organisierte der Güstrower Förderverein eine große Spendenaktion, während der zirka 4000 Spender gewonnen werden konnten, die über 71 000 Euro aufbrachten.


Güstrower Bühne etwas Besonderes


Finanzielle Mittel wurden auch benötigt, um Kinder und Jugendliche am Theaterbesuch teilhaben zu lassen. „Wir fördern Fahrtkosten für auswärtige Besucher nach unseren Möglichkeiten“, führt Beyer an. Dabei ist der Verein durchaus einfallsreich. So initiierten die Mitglieder eine Publikation, in der verschiedene Autoren Berichte, Erinnerungen und Impressionen zum 185. Theaterjubiläum beitrugen. „Mit den Einnahmen aus dem Verkauf konnten Schulklassen aus Bad Doberan, Lalendorf, Bützow, Laage und Stavenhagen ein Theaterbesuch ermöglicht werden“, blickt die Vereinschefin zurück. Dafür engagiert sich besonders auch Prof. Dr. Hans-Dieter Sill, Gründungsmitglied des Fördervereins, dessen Schatzmeister und Spiritus Rector zahlreicher Aktivitäten. Für dieses Engagement wurde er jetzt vom Landkreis mit der Ehrenmedaille in Silber ausgezeichnet wurde (siehe Beitrag auf Seite 8).

Beliebt ist auch die Organisation von Benefizveranstaltungen. „Es ist schon etwas Besonders, auf dieser Bühne mit seiner langen Tradition zu stehen“, nennt Heidemarie Beyer einen Grund für die große Bereitschaft, in Güstrow aufzutreten. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für ein Konzert mit Kinder- und Schulchören aus dem Landkreis Rostock. Und schließlich unterstützen Vereinsmitglieder vom Theater organisierte Diskussionsrunden, in denen es zumeist nach den Vorstellungen um Mobbing, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Ausländerfeindlichkeit oder Rechtsextremismus geht. „Fast die Hälfte der rund 30 000 Theaterbesucher im Jahr sind Kinder und Jugendliche. Der Förderverein hat daran einen nicht unerheblichen Anteil“, würdigt Theaterleiterin Kersten Klevenow. Auch auf jüngste Entwicklungen reagiert der Verein: aus Spendengeldern wird Asylbewerbern oder Flüchtlingen ein Theaterbesuch ermöglicht.


Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit


Unterstützung wird bei der Öffentlichkeitsarbeit des Theaters geleistet. So gehen die Aufstellung eines Schaukastens am Bahnhof und das Anbringen eines Banners am Theatergebäude, auf dem die Konzerte der Neubrandenburger Philharmonie angekündigt werden, auf eine Initiative der Freunde und Förderer zurück.

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