Güstrow : Der vergessene Gedenkstein

Fristet ein eher  bescheidenes Dasein: der Gedenkstein am früheren Güstrower Gefängnis.
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Fristet ein eher bescheidenes Dasein: der Gedenkstein am früheren Güstrower Gefängnis.

Eine angedachte Neugestaltung des Denkmals für Opfer des Stalinismus in Güstrow wird zur schier unendlichen Geschichte.

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13. Februar 2018, 21:00 Uhr

Der Gedenkstein „Den Opfern stalinistischer Willkür“ bleibt wohl vergessen. Dabei hatte der Güstrower Peter Meier im Sommer des vergangenen Jahres an ein Vorhaben erinnert: Die kleine Gedenkstätte an der Seniorenresidenz am Schlossberg in Güstrow, an der Stelle, die früher Gefängnis war, sollte würdiger gestaltet werden. Der frühere Stadtvertreter Peter Hoff hatte, Anregungen des Vereins Politische Momoriale aufgreifend, dazu eine Initiative gestartet, einen Künstler gewonnen und erste Entwürfe vorgelegt. Der Vorsitzende des Kulturausschusses der Stadtvertretung, Hans-Georg Kleinschmidt (parteilos/SPD-Fraktion) verwies auf die gerade anlaufende Haushaltsdiskussion für den Doppel-Etat 2018/19. Eine neue Chance.

Die aber ist offensichtlich vertan: In besagtem Etatentwurf taucht ein Posten für solch ein Vorhaben nicht auf. Das bestätigt Stadtsprecherin Karin Bartock. Die Sache sei wohl im Kulturausschuss im September 2017 nochmals besprochen, ein Auftrag oder Antrag an die Verwaltung sei daraus aber nicht formuliert worden. Morgen, Beginn ist 18 Uhr im Bürgerhaus, liegt der Haushalt der Barlachstadt für dieses und nächstes Jahr der Stadtvertretung zur Beschlussfassung vor.

Gut möglich, dass Kleinschmidt morgen doch noch kurzfristig einen Antrag zur Bereitstellung erforderlicher Gelder für solch ein Vorhaben in die eigentlich abgeschlossene Haushaltsdiskussion einbringt; er wolle noch einmal darüber nachdenken. „Nicht Größe und Standort solch einer Ehrung sind entscheidend, sondern dass man es macht“, betonte er bei SVZ-Nachfrage zu dem Vorhaben. Er jedenfalls halte solch ein Gedenken nach wie vor für nötig. „Es gehört zur Historie unserer Stadt, gerade an dieser Stelle, wo Touristen vorbeikommen, auf diesen wichtigen Aspekt aufmerksam zu machen“, begründet Kleinschmidt. Das müsse natürlich auch finanziell unterlegt werden. Und er gibt zu bedenken: „Wir werden irgendwann niemanden mehr konsultieren können, der aus seinem persönlichen Erleben die Dinge darstellen kann.“

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