Vererine in der Region : Der Verein als Geburtshelfer

Prof. Dr. Peter Adolphi (links) ist Geschäftsführer der Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Methling Vorsitzender des Fördervereins.
Prof. Dr. Peter Adolphi (links) ist Geschäftsführer der Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Methling Vorsitzender des Fördervereins.

Förderverein Akademie für Nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Naturschutz MVP gründete sich zwei Jahre vor der Stiftung.

svz.de von
14. Mai 2018, 12:00 Uhr

Der Förderverein Akademie für Nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern hat nicht nur einen langen Namen, sondern auch eine nichtalltägliche Geschichte: Er war nämlich zwei Jahre früher auf der Welt als die Stiftung, die er fördert.

Als Prof. Dr. Wolfgang Methling 1998 Umweltminister der rot-roten Koalition aus PDS und SPD wurde, gehörte mit zu seinen ersten Aktivitäten, Personal und Finanzmittel in Projekte zu lenken, die für eine nachhaltige Entwicklung stehen. Da dieses Ziel ressortübergreifend verfolgt werden sollte, entstand der Gedanke, dafür eine Landesstiftung ins Leben zu rufen. „Daraus wurde leider nichts, also versuchten wir diesen Weg über eine private Stiftung zu gehen“, erinnert sich Wolfgang Methling, der heute dem Förderverein vorsteht. Partner und potenzielle Geldgeber fand der Umweltminister in regional ansässigen Abfallentsorgungsunternehmen. Vier Stifter statteten die in Güstrow ansässige Stiftung zu ihrem Start 2001 mit einem Kapital von 800 000 Mark aus und verpflichteten sich für die Dauer von zehn Jahren, jährlich je 60 000 Mark für die Arbeit zur Verfügung zu stellen. Der 1999 gegründete Förderverein fungierte in dieser Phase als Geburtshelfer.

„Der Förderverein agierte in den ersten Jahren wie ein Projektbeirat. Die Stiftung hatte das Geld und der Verein gab Empfehlungen, welche Projekte gefördert werden sollten“, schildert Professor Dr. Peter Adolphi, seit der Gründung Vorstand, ab 2016 hauptamtlicher Geschäftsführer der Stiftung. Seit 2001 hat die Akademie über 80 Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Natur- und Umweltschutz, regionale Wirtschaft und Bildung für nachhaltige Entwicklung gefördert. Darüber hinaus wurde ein Promotionsstipendiaten-Programm eingerichtet. Auf ehrenamtlicher Basis wirken Mitglieder der gemeinnützigen Stiftung in Gremien und Kommissionen des Landes mit.

Ein Meilenstein im Wirken von Stiftung und Förderverein brachte das Jahr 2009 mit der Entwicklung des Leitbildes „Garten der Metropolen“. Vielen, darunter auch Adolphi, klang die Bezeichnung anfangs zu prosaisch. „Bei genauem Hinsehen stimmt das Bild aber punktgenau. Mit den Metropolen sind die Großstädte Hamburg, Berlin und Stettin gemeint. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt der innovativen Entwicklung des ländlichen Raums zwischen den Metropolen besondere Bedeutung zu“, erklärt der Geschäftsführer. Und das Bild nährt den Vergleich mit dem Garten: Für eine begrenzte Fläche muss Eigenverantwortung übernommen werden. Die geringen zur Verfügung stehenden Ressourcen zwingen zu multipler Nutzung. „Selbst der Neid, den Nachbarn beim Blick über den Gartenzaun angesichts nachhaltiger Erfolge vielleicht empfinden, passt ins Bild“, schmunzelt Methling. Im Resultat dieser Entwicklung veränderten sich auch die Aufgaben des Fördervereins. „Wir sind natürlich enger Partner der Akademie, wenn es um die Förderung ihrer Vorhaben geht. Darüber hinaus sind wir bei Projektinitiierungen und Projektbegleitungen sowie bei der Organisation von Bildungs-, Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen, Tagungen und dergleichen tätig. Unser Ziel besteht weiterhin in einer breiten Öffentlichkeitsarbeit“, zählt Methling auf. Dabei bedauert er, dass es in der Vergangenheit zu wenig gelungen sei, kommunale Vertreter, beispielsweise Bürgermeister, zur Mitarbeit im Förderverein zu gewinnen. So kommen die Mitglieder vorwiegend von Unis und Hochschulen, aus der Wirtschaft oder aus Umweltbehörden. „Wenn es uns gelingt, unsere Basis im Verein zu verbreitern, können wir noch besser Lobbyarbeit betreiben und für eine nachhaltige Entwicklung als Gebot der Vernunft werben“, ist Wolfgang Methling überzeugt.

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