Stadtvertretung Güstrow : Der Streitbare moderiert künftig

Kommentar von Bürgermeister Arne Schuldt bei der Gratulation für Torsten Renz: „Das war keine Überraschung.“
1 von 3
Kommentar von Bürgermeister Arne Schuldt bei der Gratulation für Torsten Renz: „Das war keine Überraschung.“

Torsten Renz (CDU) neuer Stadtpräsident / Stadtvertretung Güstrow konstituierte sich Donnerstagabend / 29 Mitglieder fünf Fraktionen

svz.de von
03. Juli 2014, 22:00 Uhr

Ohne Gegenstimmen und Überraschungen wurden gestern Abend auf der konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung Güstrow Torsten Renz (CDU) als neuer Präsident der Stadtvertretung sowie als sein 1. Stellvertreter Philipp da Cunha (SPD) und Walter Kuhn (Die Linke) als 2. Stellvertreter gewählt. Im Vorfeld war noch spekuliert worden, ob der junge SPD-Mann einer solche Aufgabe gerecht werden kann. Aber es galt der SPD-Vorschlag. Damit hielten sich alle fünf Fraktionen an die namentlichen Absprachen vor der Sitzung. Außerdem sind Thora Nacke (Bündnisgrünen/FDP) und Lothar Fila (Freie Wähler/Einzelbewerber) im Präsidium.


Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt


Torsten Renz gab bei seiner ersten Rede gerne zu, „etwas aufgeregt“ zu sein. Zweimal kam ihm der Vorname Simone bei Sabine Moritz über die Lippen, was ihm die neue SPD-Frau nachsah. Renz, der 15 Jahre CDU-Fraktionschefwar, wird damit jetzt z.B. nicht mehr der Streitbare in der Haushaltsdiskussion sein, was er immer gern war, sondern er wird eines seiner Lieblingsthemen moderieren. Der CDU-Mann glaubt, dass die neue Stadtvertretung immer dann viel erreichen wird, wenn sie gemeinsam um die Sache streitet. Wie Eberhard Beyer 1999, da fing Renz an, lud er seine Kollegen nach der Sitzung zu einem „Getränk“ ein. Per Handschlag verpflichtete er dann bei seiner ersten Amtshandlung alle Stadtvertreter.

Ohne Gegenstimmen wurden Andreas Brunotte (CDU) als 1. Stellvertreter des Bürgermeisters und Jane Weber als 2. Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt. Brunotte wurde vom neuen CDU-Fraktionschef Andreas Ohm wegen seiner Neutralität und Fachlichkeit vorgeschlagen. Er bedankte sich für ein „sehr beeindruckendes und überwältigendes Ergebnis“. „Für mich ist das Verpflichtung, mich weiter zu engagieren, um die Arbeit der Stadtvertretung zu unterstützen“, betonte er.

Hartmut Reimann, alter und neuer SPD-Fraktionschef, schlug Jane Weber wegen ihrer Kompetenz und ihres Fachwissens vor. Für Weber ist das ein „großer Vertrauensvorschuss“, um weiter mit der Stadtvertretung „konstruktiv, respektvoll und vertrauensvoll“ die Aufgaben für die Stadt und die Bürger anzupacken.

Bei der Wahl der neun Ausschüsse gab es ebenfalls überwiegend Entscheidungen ohne Gegenstimmen. Nur dreimal wurde je eine Enthaltung gezählt – das bei 27 Tagesordnungspunkten. Genauso einheitlich ging es bei der Bestellung der Aufsichtsräte der Stadtwerke und Wohnungsgesellschaft (WGG) sowie der Mitglieder der Gesellschafterversammlungen der WGG und der Mecklenburgischen Tierpark gGmbH sowie bei der Wahl der Delegierten zur Mitgliederversammlung des Städte- und Gemeindetages und der Verbandsversammlung des regionalen Planungsverbandes Mittleres Mecklenburg/Rostock zu.

Den Beginn der ersten Sitzung des am 25. Mai gewählten Gremiums vollzog Gerhard Jacob (Freie Wähler/EB), mit 74 Jahren ältester Stadtvertreter. Er mahnte die sieben neu gewählten und 22 wieder gewählten Stadtvertreter, das Mandat nicht nach Parteizugehörigkeit sondern durch „die bestmögliche Entscheidung für die Stadt sowie ihre Bürger“ zu erfüllen. Jacob verlangte „schonungslose Aufrichtigkeit, selbst wenn sie für die eigene Person zum Nachteil gereicht“. Er räumte allerdings ein, dass das in der Politik leider nicht immer üblich sei. Am Ende der Wahlperiode müsse stehen, dass die Entwicklung der Stadt wieder ein Stück vorangebracht und Güstrow lebens- und liebenswerter geworden sei.

Einziger Gast aus den Partnerstädten war Bernd Carstensen, Bürgervorsteher in Kronshagen. Er gratulierte der neuen Vertretung für die sehr gute Vorbereitung der Sitzung, die für ihn auf eine ähnliche Arbeit in der Wahlperiode schließen lässt. Er überreichte Torsten Renz einen Kronshagen-Teller mit Wappen aus Marzipan.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen