Wildtier-Rettung : Der Schwanenretter von Güstrow

Rettung geglückt: In Strenz konnte der Güstrower Wildtier-Retter Peter Koerner vor kurzem einem hilflosen Schwan wieder auf die Beine helfen.
Rettung geglückt: In Strenz konnte der Güstrower Wildtier-Retter Peter Koerner vor kurzem einem hilflosen Schwan wieder auf die Beine helfen.

Peter Koerner engagiert sich als ehrenamtlicher Wildtier-Retter - 30 bis 40 Rettungseinsätze pro Jahr.

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17. November 2017, 21:00 Uhr

Das Handy von Peter Koerner klingelt: junger Schwan in Strenz in Not! Bei seinen ersten Flugversuchen ist er gegen ein Hausdach gekracht. Koerner macht sich sofort auf den Weg. „Wenn ein Anruf kommt, eile ich zur Rettung – auch mitten in der Nacht“, sagt der 49-jährige Güstrower. Zum Glück ist das Tier unverletzt, nur etwas verwirrt. Koerner bringt den Schwan in sichere Gewässer. „Ich danke den Leuten aus Strenz, dass sie nicht wie andere einfach wegschauen und Hilfe für den jungen schönen Schwan gesucht haben“, freut sich der selbsternannte Wildtier-Retter. „Davon sollte es mehr Menschen geben.“

Nicht immer gehen die Rettungsaktionen von Peter Koerner so glimpflich aus wie kürzlich in Strenz. Mit Schmerzen erinnert er sich an einen Schwan auf dem Krakower See, der sich am Boden des Sees in einer Angelsehne verfangen hatte und elend zu Grunde ging. Koerner konnte ihn noch befreien, aber das Tier starb. „Manchmal schaffen es die Tiere nicht…“, sagt der 49-Jährige und hält kurz inne. „Wenn ein Schwan in meinen Armen stirbt, dann habe ich Tränen in den Augen – das geht unter die Haut.“

Zu Schwänen hat der Güstrower eine ganz besondere Beziehung. „Nach einem persönlichen Tiefschlag, dem Tod meiner Mutter, haben mir diese Tiere wieder Sinn in meinem Leben gegeben“, erzählt er sichtlich bewegt. Seelisch am Boden fütterte Koerner damals täglich die Schwäne am Schlossgraben in Güstrow. „Mich um diese Tiere zu kümmern hat mir wieder auf die Beine geholfen“, sagt er. Am Schlossgraben rettete er vor drei Jahren auch seinen ersten Schwan, der einen Angelhaken im Fuß hatte. „Zuerst hatte ich Angst, aber dann habe ich ihn gefangen“, erzählt Koerner.

Mittlerweile wird er immer öfter angefordert, wenn Wildtiere in Not sind. „SOS für wilde Tiere“ steht auf dem T-Shirt von Peter Koerner. In diesem gleichnamigen Netzwerk haben sich ehrenamtliche Tierretter in ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Koerner hilft nicht nur Schwänen, sondern auch verletzten und hilflosen Waschbären oder Marderhunden. 30 bis 40 Rettungseinsätze hat er pro Jahr. „Waschbären gehören zu meinen Lieblingstieren“, gibt er zu. „Vor kurzem wurde eine Waschbären-Mutter in Bützow überfahren“, schildert er. „Im Nest saßen ihre sechs Jungen.“ Ein Einsatz für Koerner. „Ich konnte allen sechs Jungen helfen“, sagt er nicht ohne Stolz.

Die Aktivitäten des Wildtier-Retters sind Förstern oder Jägern oft ein Dorn im Auge. Peter Koerner weiß das. „Wenn Wildtiere in Not sind, hilft meistens keine offizielle Stelle, weil man Wildtiere sich selbst überlässt“, sagt er. „Aber auch wenn sie verletzt sind, haben sie ein Recht weiterzuleben“, ist der Güstrower überzeugt. „Ich helfe in allen Fällen, für die sich niemand verantwortlich fühlt.“ Kontaktieren kann man Koerner in Notfällen über seine Facebook-Seite, einfach „Peter Koerner Güstrow“ suchen. „Die Leute sollen mit offenen Augen durch die Natur gehen. Und wenn ein Tier Hilfe braucht, sollen sie sich nicht scheuen, mich zu kontaktieren“, sagt er.

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