Ausstellung : „Der Müll landet auf unserem Teller!“

Ausstellung über Meeresverschmutzung in Uwe-Johnson-Bibliothek

23-11367760_23-66109652_1416395934.JPG von
05. August 2015, 06:00 Uhr

Zum Ausstellungsforum wandelte sich die Uwe-Johnson-Bibliothek. Zu sehen ist bis Ende Oktober die Wanderausstellung „Mensch – Müll – Meer“, gestaltet vom Verein „Küsten Union Deutschland“, der seinen Sitz in Warnemünde hat. Mit seinem internationalen Projekt „Marlisco“ will EUCC-D, so die englische Abkürzung, auf die zunehmende Verschmutzung der Weltmeer aufmerksam machen. Dazu wurde u.a. ein Jugendmedienwettbewerb ausgetragen, dessen filmische Ergebnisse auf einer Video-Projektion sichtbar sind. „Nichtstaatliche Organisationen aus 14 Ländern haben sich beteiligt. Wir möchten das Bewusstsein der Menschen für dieses Problem schärfen und ihnen Handlungsanleitungen vermitteln“, erläutert EUCC-D-Mitarbeiterin Rieke Scholz.

Aufbauend auf einem auf Ölfässern basierten Design-Konzept entwickelte der gemeinnützige Verein Ausstellungsstücke, die den Betrachter über die Herkunft von Meeresmüll und seine Auswirkungen auf Wasser und Küste, auf Tier- und Pflanzenwelt informieren. Insbesondere Plastikabfall jeglicher Art werde demnach zunehmend von Fischen und Muscheln aufgenommen. Der Zersetzungsprozess dauere aber bis zu 400 Jahre, gibt Rieke Scholz zu bedenken.

„Die in Modulen angelegte Exposition fügt sich gut in unsere Räume ein“, findet Tilmann Wesolowski. Der Bibliotheksleiter, promovierter Wissenschaftshistoriker, hat sich in seinem Studium und anschließender Lehrtätigkeit im weiteren Sinne mit dem Thema beschäftigt und weiß: Schadstoffe in Mikropartikeln gelangen in unsere Nahrungskette. So werde etwa Quecksilber, das irreparable Nervenkrankheiten hervorruft, in Thunfischen zu einem Problem. Thunfisch – den esse er selber auch gerne. Wesolowski könne somit aus wissenschaftlicher Sicht bestätigen, was mit einer „Losung“ in der Ausstellung bedrohlich real wirkt: „Was? Der Müll landet auf meinem Teller?“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen