Gülzow : Der Minister und die Energie

Vor der Biogasanlage Lalendorf diskutierten Christian Schmidt, Abteilungsleiter Clemens Neumann, Reinhard Knaack und Dr. Lutz Golz (beide Norddeutsche Rüben AG, v.l.).
Vor der Biogasanlage Lalendorf diskutierten Christian Schmidt, Abteilungsleiter Clemens Neumann, Reinhard Knaack und Dr. Lutz Golz (beide Norddeutsche Rüben AG, v.l.).

Bundes-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt auf Sommertour in MV, gestern in der FNR Gülzow und der Biogasanlage Lalendorf

svz.de von
31. Juli 2014, 06:00 Uhr

Den Regen, den Bundes-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gestern bei seinem Besuch in Gülzow, Lalendorf und Alt Sührkow mitgebracht hatte, begrüßten die Landwirte durch die Bank. Seit Mitte Februar als Nachfolger von Hans-Peter Friedrich im Amt, wurde der er vom Bundestags-Mitglied Eckhardt Rehberg auf dessen Sommertour begleitet.

In der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) informierte Geschäftsführer Dr. Andreas Schütte seine Gäste über den Arbeitsumfang der Agentur. „Wir bearbeiten zurzeit 850 laufende Projekte mit einem Mittelvolumen von zirka 250 Millionen Euro“, sagte er. Forderungen, die Mittelzuführung des Bundes von jährlich über 60 Millionen zu reduzieren, erteilte der Minister eine Absage. „Dazu besteht unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Veranlassung. Die FNR leistet eine gute und notwendige Forschungsarbeit“, versicherte er. Über das Projekt der im vorigen Jahr in Betrieb gegangenen Strohheizungsanlage informierte er sich trotz der Kürze der Zeit etwas ausführlicher. „Wir produzieren ein Megawatt Leistung und beheizen damit hier am Ort alle öffentlichen Liegenschaften, also die Fachagentur, die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft, die angrenzenden Gewächshäuser und die öffentlichen Gebäude der Gemeinde“, erklärte Schütte.

In Lalendorf zeigte der Minister Interesse für das Vorhaben der Norddeutschen Zucker AG, eine Biogasanlage auf Zuckerrübenbasis zu betreiben. Er schätzte ein, dass das eine Alternative zum inzwischen ungeliebten Mais als Rohstoff sei. „Wir mussten etwas tun. Durch die Schließung der Güstrower Zuckerrübenfabrik drohte der Anbau dieser für die Fruchtfolge wichtigen Kultur in unserer Region wegzufallen“, erläuterte Reinhard Knaack. Nun sehe man aber durch die Neufassung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes Probleme und Unsicherheiten auf sich zukommen, wandte sich Dr. Hans-Joachim Radisch von der Norddeutschen Rüben AG an den Minister. Das Gesetz gewähre durch zweideutige Formulierungen keine Rechtssicherheit. „Die aber brauchen wir, da wir die bestehende Anlage, die 250 KW produziert, auf dem Nachbargrundstück um das Zehnfache erweitern wollen.“ In einer dritten Stufe sei eine Anlage zur Produktion von technischem Alkohol vorgesehen, deren Wärme- und Energieversorgung die Biogasanlage übernehme, schilderte er. Der Minister machte klar, dass eine nochmalige und sofortige Änderung des EEG nicht denkbar sei. „Die Frage ist dann, wer hält die Rübe für die Rübe hin“, scherzte er. Für die bestehende Anlage sagte er eine fast 100-prozentige Weiterführung der bisherigen Vergütung zu. „Aber Bestandsschutz für eine noch nicht gebaute Anlage kann auch ich nicht übernehmen“, stellte er ebenso deutlich klar.

Bei der dritten Station in Alt Sührkow stand ein Gespräch mit dem Bauernverband auf dem Programm.





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