Güstrower Werkstätten : „Der Mensch steht an erster Stelle“

Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung geben: die Geschäftsführer der Güstrower Werkstätten, Marita Butt und Hans-Martin Goeritz, in der Metallwerkwerkstatt in Glasewitzer Burg.
Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung geben: die Geschäftsführer der Güstrower Werkstätten, Marita Butt und Hans-Martin Goeritz, in der Metallwerkwerkstatt in Glasewitzer Burg.

Güstrower Werkstätten feiern 25-jähriges Bestehen: Mittelgroße Kapitalgesellschaft mit zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen.

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13. Februar 2018, 05:00 Uhr

Ein Unternehmen bei dem der Mensch im Vordergrund steht: Die Güstrower Werkstätten blicken in diesem Jahr auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Gestartet 1993 mit 66 Mitarbeitern und der Betreuung und Beschäftigung von 298 Menschen mit Behinderung haben sich die Werkstätten heute zu einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft mit zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen gemausert. Im Landkreis Rostock werden heute durch die Güstrower Werkstätten GmbH bis zu 900 Menschen mit und ohne geistige, körperliche und psychische Behinderungen beschäftigt, gefördert, beruflich qualifiziert und begleitet. Darum kümmern sich 250 Mitarbeiter. Ende Juni werden die Werkstätten ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Festwoche an den verschiedenen Standorten in Güstrow, Teterow und Werle begehen.

Seit Anfang an dabei sind Marita Butt und Hans-Martin Goeritz. Heute sind sie die Geschäftsführer der Güstrower Werkstätten, die ihren Hauptsitz im Güstrower Gewerbegebiet Glasewitzer Burg haben. Hier befindet sich auch die Hauptwerkstatt. „70 Prozent unserer Tätigkeit bezieht sich auf den Werkstattbereich. Hier wollen wir Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle Beschäftigung ermöglichen“, erklärt Marita Butt. Handwerk und Dienstleistungen stehen im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem eine Tischler- und Metallwerkstatt, eine Wäscherei in Teterow sowie auch Landschaftsgestaltung. „Unsere Mitarbeiter pflegen beispielsweise die Grünflächen im Resort Linstow“, sagt Goeritz. Neu seit einem Jahr ist zudem die Bestecksortierung und -verpackung für das KMG-Klinikum Güstrow. „Das läuft sehr gut“, so Goeritz.

Wichtig ist den beiden Geschäftsführern das Projekt „Fit für den Job“ zur Integration von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. 78 Betriebe in der Region zeigen Bereitschaft für die Zusammenarbeit, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Dies sind z.B. Reinigungsfirmen, Firmen im Grünanlagenbau, Autohäuser, Holzbetriebe und andere mehr. „Dies ermöglicht unseren Mitarbeitern aus dem Werkstattbereich, sich über Praktika und ausgelagerte Arbeitsplätze unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes zu erproben und ihre Kompetenzen zu erweitern“, sagt Goeritz. Aktuell arbeiten im Rahmen dieses Projektes 23 Menschen mit Behinderungen in Unternehmen in der Region.

Seit der Gründung sind die Angebote der Einrichtungen und Dienste der Güstrower Werkstätten beständig erweitert worden. „Diese Entwicklung orientierte sich dabei immer am Bedarf der Menschen und war auf die Stärkung sozialer Strukturen in der Region ausgerichtet“, sagt Goeritz. „Bei uns steht der Mensch an erster Stelle und nicht seine Behinderung oder Beeinträchtigung“, ergänzt Marita Butt. Die Güstrower Werkstätten GmbH betreibt im Landkreis nicht nur ihre Werkstätten, sondern auch Tagesförderstätten, Tagesstätten, Begegnungsstätten, Wohnheime und Ambulant Begleitetes Wohnen für Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung sowie eine integrative Kindertagesstätte in Teterow und eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, die Anne-Frank-Schule in Güstrow. Gesellschafter der Güstrower Werkstätten sind der Landkreis Rostock sowie das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern.

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