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SVZ-Sommertour : Der „Lebenslauf“ einer Zarge

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leser besuchten auf der letzten Station der SVZ-Sommertour die Lebo Krakow am See GmbH mit ihrer Tür-Rahmen-Produktion.

Den „Lebenslauf“ einer Zarge, vom Zuschnitt bis zum Versand, konnten gestern Leser bei der letzten Station der SVZ-Sommertour in der Lebo GmbH im Krakower Ortsteil Möllen verfolgen. Mit dem Ergebnis, dass Willi Holst am Ende des zweistündigen Rundgangs feststellte: „Jetzt, wo ich die Produktion live erlebt habe, habe ich Respekt vor der Zarge, denn von der spricht man ja bei einer Tür kaum.“ Die Bezeichnung verwendet allerdings vor allem der Fachmann, weil die Zarge unter bauenden Laien eher als Türrahmen bzw. Türfutter bekannt ist.


Täglich verlassen bis zu 1000 Zargen die Firma


Geschäftsführer Jens Altenhenne führte die SVZ-Leser durch die Hallen, in denen zu DDR-Zeiten Kartoffeln des VEG (Volkseigenes Gut) Krakow am See lagerten. Jetzt beherbergen sie hochmoderne Produktionsanlagen, von denen der Krakower Silvio Tute begeistert war. 80 Mitarbeiter stellen die Zargen in zwei bzw. drei Schichten her. „Täglich verlassen 900 bis 1000 Zargen den Betrieb, von der Innentür bis zur Wohnungsabschlusstür“, informierte Altenhenne. Den Grundstock bildet die Spanplatte, für Altenhenne ein Hightech-Produkt. Beschichtet werden sie meist mit Kunststoff, mit Möbelfolie und mit Echthölzern. Im Trend sind augenblicklich weiße Türen. Sie machen laut Altenhenne zwei Drittel der Produktionsmenge aus.

Die Auftragslage in der Branche ist sehr gut. Das hänge auch mit dem angekurbelten sozialen Wohnungsbau zusammen, den die Politik jahrelang vernachlässigt habe, erklärte der Geschäftsführer. Die Möllener Firma hat sich in Deutschland mit rund 20 Anbietern auseinander zu setzen. „Mit 15 stehen wir im direkten Wettbewerb“, so Altenhenne. Der Druck sei insofern hoch, weil viele dasselbe produzieren und alles gut zu vergleichen sei. Das Internet komme als Konkurrent ebenfalls dazu. Da Lebo nicht so groß sei und den Preis nicht über eine Massenfertigung regulieren könne, baue die Firma auf Flexibilität, berichtete der Geschäftsführer weiter.

Das belegen die Sonderanfertigen, die zehn bis 15 Prozent der Produktion ausmachen. In Möllen werden in diesem Bereich z.B. Zargen für Brandschutz-, Schallschutz- und Rauchschutztüren hergestellt. „Da erfüllen wir Kundenwünsche“, versichert der Geschäftsführer. Während die normale Zarge in einer Minute fertig ist, dauert es bei Extra-Anfertigungen bis zu 25 Minuten.

Auch in den Paketen, in denen die Zargen verpackt werden, wird der Unterschied deutlich. Die Normal-Zarge hat sechs Teile: Schließblechseite, Bandseite, Querteil und drei Zierbekleidungsteile. Bei einer Spezial-Zarge liegen bis zu zwölf Einzelteile im Paket.

Möllen ist ausschließlich Produktionsstandort. Altenhenne: „Verkauf, Vertrieb und Marketing erfolgen im Stammhaus in Bocholt.“ Das habe sich historisch entwickelt. Beide Schwester-Betriebe seien jedoch juristisch selbstständig, so Altenhenne. Die Touren führen von einem Logistikzentrum nahe Bocholt nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Möllener Produkte gingen und gehen aber auch in die Mongolei, nach Albanien, China, Kanada und in die USA.

Für eine gut aufgestellte Branche, die Nachwuchs benötigt, bildet Lebo Holzmechaniker und Betriebselektroniker aus. Das sichert diese Produktion in unserer Region.

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